Adani: Finanzaufsicht Bafin schaltet sich nach Milliarden-Absturz ein
Der bis vor Kurzem reichste indische Unternehmer Gautam Adani ist nach einem Bericht des Investors Hindenburg Research in Erklärungsnot geraten. Das beschäftigt inzwischen neben Analysten und Gläubigern auch Straßenkünstler in Mumbai.
Foto: APFrankfurt. Die Turbulenzen beim indischen Firmenkonglomerat Adani treiben die deutsche Finanzaufsicht Bafin um. „Die Bafin hat die Entwicklungen im Blick und berücksichtigt sie im Rahmen ihrer laufenden Aufsicht“, sagte ein Sprecher der Behörde dem Handelsblatt.
Adani arbeitet in der Bundesrepublik nach eigenen Angaben unter anderem mit der Deutschen Bank und der Siemens Bank zusammen. Finanzkreisen zufolge unterhalten auch andere deutsche Institute Geschäftsbeziehungen mit dem Firmengeflecht.
Insgesamt sei das Engagement des deutschen Bankensektors bei Adani nicht nennenswert, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen. Kleineren Banken drohten bei einer Schieflage des Firmenkonglomerats jedoch schmerzhafte Verluste.
Die EZB-Bankenaufsicht, die sich zu dem Thema nicht äußern wollte, beobachtet die Situation bei Adani Finanzkreisen zufolge ebenfalls genau. Kontrolleure von EZB und Bafin stünden im engen Kontakt mit den Instituten, die von Turbulenzen bei Adani betroffen seien, und holten detaillierte Informationen dazu ein.
Noch angespannter als in Europa ist die Situation im indischen Finanzsektor. Noch seien die Risiken für Adanis Geldgeber zwar überschaubar, erklärte die Ratingagentur Moody’s. Doch sollten die Turbulenzen den Zugang des Konglomerats zum Anleihemarkt einschränken, könnte die Firmengruppe abhängiger von Bankfinanzierungen werden – mit entsprechenden Gefahren für indische Geldhäuser.