Banking: Schweizer Großbank UBS baut Konzernvorstand um
Zürich. Die Schweizer Großbank UBS verteilt die Macht im Kerngeschäft sowie in zwei bedeutenden Regionen neu. Iqbal Khan, bislang alleiniger Chef Vermögensverwaltung, erhält mit Rob Karofsky einen Co-Chef an seine Seite, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Die Vermögenverwaltung ist die wichtigste Division der UBS.
Darüber hinaus trägt Khan künftig die Verantwortung für die Region Asien. Der bisherige Asien-Chef, Edmund Koh, verlässt den UBS-Vorstand. Karofsky, bislang Chef der Investmentbank, übernimmt zusätzlich das Amerika-Geschäft, den mit Abstand wichtigsten Markt für die UBS. Die bisherige Amerika-Chefin, Naureen Hassan, muss das Geldhaus ebenfalls verlassen.
UBS-Chef Sergio Ermotti erklärte laut Mitteilung, die Bank könne sich nun stärker auf die langfristigen Prioritäten und Wachstumsaussichten konzentrieren. Dies betreffe insbesondere Nord- und Südamerika sowie den asiatisch-pazifischen Raum.
UBS: Nachfolger für Christian Bluhm gefunden
Auch die Investmentbanking-Sparte erhält eine Doppelspitze: George Athanasopoulos und Marco Valla treten die Nachfolge von Karofsky an. Athanasopoulos ist seit 2010 bei der UBS in verschiedenen Positionen im Invetsmentbanking tätig. Valla kam 2023 von der britischen Bank Barclays zum Schweizer Geldhaus.
Zudem hat die UBS einen Nachfolger für Risikochef Christian Bluhm gefunden. Bluhm hatte bereits vor der staatlich orchestrierten Übernahme der Credit Suisse im März 2023 seine Karriere im Banking beendet. Ermotti holte ihn für die Integration des einstigen Konkurrenten nochmal zurück.
Nun tritt Damian Vogel seine Nachfolge an. Er ist der einzige Manager, der es von der Credit Suisse in den aktuellen UBS-Vorstand geschafft hat. Ulrich Körner, bis zuletzt Credit-Suisse-Chef verlässt den Konzern, wie bereits zuvor bekannt wurde.
Der Konzernumbau könnte sich auch auf den Wettbewerb um die Nachfolge von UBS-Chef Ermotti auswirken. Der 64-Jährige hatte zuletzt durchblicken lassen, er könnte bis Anfang 2027 an der Spitze der größten Schweizer Bank bleiben. Colm Kelleher, als Verwaltungsratspräsident verantwortlich für die Besetzung des CEO-Postens, hat stehts signalisiert, dass er eine internen Wettbewerb um den Chefposten bevorzugt.
Der „Neuen Zürcher Zeitung“ sagte er im März: „Ich hätte gerne drei interne Kandidaten.“ Er ergänzte: „Ideal wäre eine interne Lösung, aber sag niemals nie.“
Mit einem ähnlichen Verfahren besetzte auch Kellehers früherer Arbeitgeber, die US-Bank Morgan Stanley, ihre Spitzenposten. Kelleher hatte sich lobend über die Praxis bei Morgan Stanley geäußert, Kandidaten für die CEO-Nachfolge wechselnde Vorstandsressorts anzuvertrauen. So sollen sie einen breiteren Erfahrungsschatz sammeln.
Vorzeichen für Nachfolge von UBS-Chef Ermotti
Vor diesem Hintergrund dürfte der Vorstandsumbau ein Fingerzeig für die Ermotti-Nachfolge sein. Iqbal Khan wird als Chef der wichtigsten Division schon länger als Kandidat für die Ermotti-Nachfolge gehandelt. Er erhält mit dem asiatischen Markt zusätzliche Kompetenzen, muss seine Macht in der Vermögensverwaltung jedoch teilen.
Mit seinem Wechsel von der Investmentbank in die Vermögensverwaltung und der Verantwortung für den amerikanischen Markt steigt auch Karofsky in den engeren Kreis der Auserwählten auf. Daneben gelten Sabine Keller-Busse, Chefin des Geschäfts mit Unternehmenskunden sowie des Heimatmarktes Schweiz, und der Chef des Profikundengeschäfts (Asset Management), Aleksandar Ivanovic als aussichtsreiche Kandidaten.