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Bilanzskandal Ex-Wirecard-Vorstand Marsalek: Philippinische Beamte halfen bei der Flucht

Die Rätsel um den Aufenthaltsort des Österreichers werden immer größer. Ein- und Weiterreise-Daten des Ex-Managers des insolventen Zahlungsdienstleisters sind wohl gefälscht.
04.07.2020 Update: 05.07.2020 - 09:44 Uhr 1 Kommentar
Ex-Manager Jan Marsalek ist nach dem aufgeflogenen Wirecard-Skandal untergetaucht. Quelle: Reuters
Wirecard

Ex-Manager Jan Marsalek ist nach dem aufgeflogenen Wirecard-Skandal untergetaucht.

(Foto: Reuters)

Manila Eine Schlüsselfigur im milliardenschweren Bilanzskandal um den insolventen Dax-Konzern Wirecard ist womöglich doch nicht über die Philippinen nach China gereist. Die Daten, die die Einreise des früheren Vorstands Jan Marsalek auf den Philippinen am 23. Juni und die Weiterreise nach China am nächsten Tag zu belegen schiene, seien gefälscht, sagte der philippinische Justizminister Menardo Guevarra am Samstag.

Der Minister erklärte, dies habe eine Untersuchung der Aufnahmen von Überwachungskameras, Passagierlisten und anderem Material ergeben. „Die Beamten der Einwanderungsbehörde, die diese fiktiven Einträge vorgenommen haben, wurden von ihren Aufgaben entbunden und müssen nun mit verwaltungsrechtlichen Strafen rechnen“, sagte Guevarra weiter, ohne die genaue Zahl der Mitarbeiter zu nennen. Er habe weitere Ermittlungen in dem Fall angeordnet.

Wirecard hatte im Juni eingeräumt, dass 1,9 Milliarden Euro auf asiatischen Treuhandkonten verbuchte Firmengelder sehr wahrscheinlich nicht existieren – und hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet.

Eine Schlüsselfigur ist neben Ex-Vorstandschef Markus Braun der früher im Wirecard-Vorstand für das Tagesgeschäft zuständige Manager Marsalek. Der 40-Jährige war für das Asien-Geschäft von Wirecard zuständig, das im Zentrum des Bilanzskandals steht.

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    Er steht mit Ex-CEO Markus Braun im Zentrum des Skandals. Quelle: Wirecard
    Wirecards Ex-Vorstand Jan Marsalek

    Er steht mit Ex-CEO Markus Braun im Zentrum des Skandals.

    (Foto: Wirecard)

    Der enge Vertraute von Braun steht wie seine Vorstandskollegen unter dem Verdacht der Bilanzfälschung, der Marktmanipulation und des Betrugs. Er wird von der Münchner Staatsanwaltschaft gesucht. Seine Spur verlor sich, wie bislang angenommen wurde, vor gut zehn Tagen auf den Philippinen.

    Guevarra hatte bereits kurz nach der angeblichen Einreise Marsaleks von Auffälligkeiten gesprochen, weil der Manager auf keiner Überwachungskamera am Flughafen zu sehen war. Trotzdem könne er nicht völlig ausschließen, dass Marsalek im Lande sei, sagte der Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sind ein Inselstaat, und es gibt Schlupflöcher, durch die Ausländer unbemerkt schlüpfen können.“

    Die Philippinen stehen im Fokus der Affäre, da das fehlende Geld angeblich auf Treuhandkonten zweier Banken in dem Land geparkt war, die die Kontounterlagen aber als gefälscht bezeichneten. Nach Angaben Guevarras war Marsalek zuvor vom 3. bis 5. März auf den Philippinen gewesen.

    Mehr: Der Wirtschaftskrimi um Wirecard weitet sich auch. Ermittler nehmen eine weitere Ad-hoc-Mitteilung ins Visier.

    • dpa
    • rtr
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    1 Kommentar zu "Bilanzskandal: Ex-Wirecard-Vorstand Marsalek: Philippinische Beamte halfen bei der Flucht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Ridiculoso!"...sprach Voldemarsalek in Richtung deutsche Justiz & Strafverfolgung,
      woraufhin Sich-Stellungsfloskeln und gefälschte Passagierdokumente auftauchten.
      "Für Deutschland wird's reichen!", könnte er in sich hineingegrinst haben. :-)))

      Amerikaner hätten wohl längst den CIA mit 'nem leeren Kartoffelsack losgeschickt, um ihn
      heimzuholen und vor Gericht zu stellen, aber das ist natürlich nun auch nicht die
      freinste Art der Strafverfolgung....aproppos Freiheit:

      Und so bleibt in Deutschland auf freiem Fuss, wer's sich schlichtweg leisten kann,
      egal ob gewusst wie oder unter Einsatz von ergaunertem "Kleingeld".

      Erfahrungen im Urkundenfälschen muss ja irgendjemand bei Wirecard gehabt haben.
      Auch wenn die 1,9 Mrd. vllt. nicht existierten: Die hunderte Mio Euro
      für völlig ürbebewertete Immobilien müssen ja irgendwo sein.

      (Aber keep cool....dafür verfolgen wir andere ganz gut:
      Schlecker-Kassiererinnen lernten seinerzeit etwa den Wert von Kaugummi-Riegeln
      auch per gerichtlicher Belehrung kennen...)

      tja....eben ridiculoso!
      Wen wundern da steigende Zahlen staatsgelangweilter in jeglicher Form eigentlich noch?
      (von Partyszene über Nicht- und Protestwähler bis zum Reichsbürger, um mal ein paar Beispiele zu nennen.)

      Wer unsere Ordnung stärken will, der muss sie auch angemessen durchsetzen
      und versuchen diejenigen überzeugend zurückzugewinnen, die den Glauben verloren haben.

      ...und angemessen ist im Falle von hunderten von Mio Euro Betrugsmasse + 1,9 Mrd. Euro
      Bilanzfälschung schon auch mal einen Rückführungstrupp in Kooperation mit den
      vermutlichen Aufenthaltsstaaten zu koordinieren.

      Lieber eine Kartoffelsackaktion als wiederholte Staatslächerlichkeit!
      Er kann ja nach einem Freispruch wieder ausreisen.
      Auf jeden Fall besteht aber wohl offensichtlich Fluchtgefahr.

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