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CoronakriseAngst um Bankerjobs in Frankfurt – Studie rechnet mit Verlust von 2000 Arbeitsplätzen

Die Corona-Pandemie könnte den langjährigen Aufwärtstrend für die Finanzmetropole stoppen. Früher als gedacht dürfte die Zahl der Beschäftigten sinken.Michael Maisch 21.10.2020 - 17:06 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Frankfurt gewinnt nach dem Brexit an Relevanz für Europas Bankenbranche.

Foto: dpa

Frankfurt. Bislang haben die deutschen Banken die Coronakrise vergleichsweise gut überstanden. Aber die Langfristfolgen der Pandemie werden früher oder später auf den Arbeitsmarkt in der Finanzmetropole Frankfurt durchschlagen – zu diesem Schluss kommt zumindest eine neue Studie der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba).

Die Volkswirte des Geldhauses befürchten, dass die Zahl der Bankerjobs am zentralen deutschen Finanzplatz bis Ende 2022 auf etwa 62.700 schrumpfen wird. Das wären rund 2000 Beschäftigte beziehungsweise drei Prozent weniger als zum Zeitpunkt der ersten Corona-Welle in Deutschland Anfang 2020. Je nach Entwicklung der Pandemie sei auch noch ein deutlich stärkerer Arbeitsplatzabbau möglich, warnen die Helaba-Experten.

Während die Banken in Deutschland in den vergangenen Jahren Tausende Arbeitsplätze abbauten, wuchs die Zahl der Beschäftigten in Frankfurt gegen den Trend. Die härtere Regulierung nach der Finanzkrise erforderte zusätzliches Personal bei den Geldhäusern selbst, aber auch bei Aufsehern wie der Europäischen Zentralbank. Zudem bauten wegen des Ausstiegs der Briten aus der EU viele ausländische Institute ihre Kapazitäten in Frankfurt aus. Dadurch entstanden der Studie zufolge rund 1500 neue Jobs.

Die Coronakrise droht diesen langjährigen Aufwärtstrend jetzt zu brechen. „Wir gehen davon aus, dass die Bankbeschäftigung in Frankfurt vorzeitig ihren Zenit erreicht hat“, heißt es in der Studie. Insgesamt sei mit einem „sichtlichen Rückgang“ zu rechnen.

Große Geldhäuser wie die Commerzbank und die Deutsche Bank streichen wegen ihrer Neuausrichtung derzeit ohnehin Tausende Jobs. Jetzt kommt mit der „Pandemie ein weiterer Belastungsfaktor hinzu, der sich bald niederschlagen dürfte “, konstatiert Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba.

Keine nahende Bankenkrise

Traud befürchtet, dass die erwartete Pleitewelle in der Realwirtschaft auf die Banken durchschlagen und für einen zusätzlichen Personalabbau sorgen wird. Spätestens mit der wiedereinsetzenden Insolvenzantragspflicht Anfang 2021 sei hierzulande vermehrt mit Kreditausfällen zu rechnen, warnt die Volkswirtin.

Mit einer ausgewachsenen Bankenkrise rechnet Traud aber nicht: „Für die deutsche Finanzbranche insgesamt sollten die Corona-induzierten Auswirkungen nach aktueller Einschätzung verkraftbar sein.“ Mittelfristig blieben allerdings die Risiken im nationalen wie im internationalen Finanzsystem hoch.

Auch die Ratingagentur Moody‘s sieht durch die Folgewirkungen der Pandemie besondere Belastungen auf die deutschen Banken zukommen. Die EZB hat zur Bekämpfung der Krise ihre ohnehin bereits extrem expansive Geldpolitik noch einmal gelockert und die ultraniedrigen Zinsen damit erst einmal festgeschrieben. Die Moody‘s-Experten warnen in einer neuen Studie, dass es für die heimischen Geldhäuser immer schwieriger wird, den Druck auf die Zinsmargen auszugleichen.

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„Die deutschen Banken haben eine lange Phase ultraniedriger Zinsen überstanden, aber die Aussicht auf eine weitere Verlängerung wird schwieriger zu verkraften sein“, meint Moody‘s Analystin Andrea Wehmeier. Die Corona-Pandemie könnte zum „Katalysator für aggressives Kostenmanagement“ der Banken werden, auch wenn das in der Vergangenheit nicht gerade die Stärke der deutschen Geldhäuser gewesen sei. Michael Maisch

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