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FMS Wertemanagemtn Bad Bank der Hypo Real Estate verdoppelt Gewinn

Die Abwicklungsanstalt zeigt mit ihrer Bilanz für 2019, dass sich auch mit einer Bad Bank Geld verdienen lässt. Die Coronakrise dürfte aber Spuren hinterlassen.
21.04.2020 - 15:02 Uhr Kommentieren
Die Bad Bank verdoppelt unverhofft ihren Gewinn. Quelle: dpa
FMS Wertmanagement

Die Bad Bank verdoppelt unverhofft ihren Gewinn.

(Foto: dpa)

München Mit der Aufarbeitung der Finanzmarktkrise lässt sich auch rund ein Jahrzehnt später noch Geld verdienen. Einen Jahresüberschuss von 236 Millionen Euro hat die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement im vergangenen Jahr erzielt, mehr als doppelt so viel wie 2018. Der Verkauf von Hybridkapitalanleihen der irischen Tochter Depfa sowie eine hohe Ausschüttung einer britischen Tochter haben zu dem erfreulichen Ergebnis geführt.

Die Bundesregierung hatte im Jahr 2010 die FMS Wertmanagement gegründet, um ihr womöglich größtes Problem aus Zeiten der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 zu lösen. Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE), der es zu dieser Zeit sogar unter die deutschen Top-30-Unternehmen im Dax geschafft hatte, war ins Schlingern geraten.

Schuld war ein Geschäftsmodell, das auf langfristigen Finanzierungen im Immobiliensektor basierte, aber nur kurzfristig refinanziert war. Als der HRE das Aus drohte, sprang der Staat ein und sorgte über die neu gegründete FMS für einen geordnete Auflösung des gewaltigen Wertpapierbestandes.

Von den rund 175 Milliarden Euro, mit denen die Münchener Abwicklungsanstalt im Jahr 2010 gestartet war, lagen Ende vergangenen Jahres noch 69,3 Milliarden Euro im Portfolio. Das gab das Unternehmen, das insgesamt noch gut 500 Mitarbeiter beschäftigt, am Dienstag bekannt.

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    Ungewöhnlich dabei: Das Portfolio hat sich 2019 im Vergleich zu 2018 wieder leicht erhöht. Das lag zu einem an Vermögenswerten, die von Gesellschaften der irischen Tochter Depfa übernommen wurden. Zum anderen führte die Aufwertung von Pfund und Dollar zu einer Erhöhung des Nominalwerts des auf Euro basierenden Portfolios. Für FMS ergab sich so ein Währungsgewinn.

    Allerdings wurden auch Bestände in Höhe von rund fünf Milliarden Euro abgebaut. „2019 war ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr“, so der neue Vorstandschef Christoph Müller. Er hatte die Chef-Position im vergangenen Jahr übernommen, als sein Vorgänger Stephan Winkelmeier auf den Vorstandsvorsitz der BayernLB gewechselt war.

    Wie aufwendig die komplette Liquidation der riesigen Wertpapierbestände aus dem Portfolio der Skandalbank HRE ist, verdeutlichen weitere Zahlen. Von den einst 66 Ländern weltweit, in denen die Abwicklungsanstalt Papiere besaß, sind auch nach zehn Jahren Arbeit noch immer 42 Länder übrig.

    „Das sind oftmals Produkte, die vor der Finanzkrise aufgelegt wurden und die es heute in dieser Form nicht mehr gibt“, erläutert das neue Vorstandsmitglied Carola Falkner. Mittlerweile stammen knapp drei Viertel aus Großbritannien, Italien und den USA. Fast die Hälfte der Papiere hat Laufzeiten, die zwischen 2030 und 2040 enden. Manche komplexe Finanzierung geht gar über das Jahr 2060 hinaus.

    Projekt „Next“ gestartet

    Das Geschäftsmodell der FMS aus einem schrumpfenden Portfolio gepaart mit einem hohen Spezialistentum dürfte für den Abwickler in den kommenden Jahren allerdings zwangsläufig zu roten Zahlen führen.

    In 2019 wurden die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen zwar um rund vier Prozent reduziert, in der Summe standen jedoch immer noch 138 Millionen Euro. Die hohen Kosten werden nach Meinung des Managements auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben, auch wenn die Gewinne des schrumpfenden Portfolios dann sinken dürften.

    Deswegen haben sie im vergangenen Jahr bereits das Projekt „Next“ gestartet. Ziel ist es dabei, das Portfolio bis ins Jahr 2025 so umzustrukturieren, dass es an anderer Stelle weitergeführt und die FMS Wertmanagement aufgelöst werden könnte.

    Vieles wird von den weiteren Auswirkungen der Coronakrise abhängen. Schon jetzt zeichnen sich mögliche Ausfälle oder Stundungen von Zinszahlungen bei bestimmten Papieren ab. Auch der für dieses Jahr geplante Verkauf der irischen Tochter Depfa, der mit Hilfe der britischen Barclays Bank bereits weit fortgeschritten war, stockt im Moment.

    Ob ein Modell wie die FMS Wertmanagement auch für die jetzige Krise passen würde, ließ Vorstandschef Müller offen: „Das Bad Bank-Konzept hat nach der Finanzkrise in Deutschland sehr gut funktioniert, ob es nun auf Europaebene ein Modell ist, muss man im Einzelfall beurteilen“.

    Mehr: Die EZB denkt an die Zeit nach der Coronarise und arbeitet an einer Bad Bank.

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