Halbjahreszahlen: Aareal Bank schrammt an Verlust vorbei
Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer steht vor herausfordernden Monaten.
Foto: dpaFrankfurt. Der mit Verlusten verbundene Verkauf eines Pakets fauler Kredite in Italien sowie eine höhere Vorsorge für Kreditausfälle haben der Aareal Bank einen Gewinneinbruch eingebrockt.
Das Betriebsergebnis fiel im zweiten Quartal um 97 Prozent auf zwei Millionen Euro, wie der Wiesbadener Immobilienfinanzierer am Donnerstag mitteilte. Für 2020 halte die Aareal Bank ein deutlich positives Betriebsergebnis weiterhin für erreichbar, das sich im mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich bewegen sollte.
„Insgesamt sind wir unverändert zuversichtlich, dass die Aareal Bank sich unter den gegebenen, sehr herausfordernden Umständen auch in den kommenden Monaten gut behaupten und die Krise meistern wird“, sagte Bankchef Hermann Merkens.
Zuversichtlich stimmte Merkens, dass das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung im April und Mai wieder spürbar angezogen habe. Es summierte sich im zweiten Quartal auf 1,3 Milliarden Euro.
Während das Hotel- und Bürogeschäft durch die Corona-Krise belastet sei, sieht die Bank neue Investitionschancen in anderen Bereichen, wie etwa der Logistik. Die Risikovorsorge für faule Kredite verdoppelte sich auf 48 Millionen Euro.
Sowohl Zins- als auch Provisionsüberschuss gingen zurück. Der Verkauf von Problem-Krediten in Italien belastete das Quartalsergebnis mit rund zehn Millionen Euro.
Beim Verkauf eines Minderheitsanteils an der IT-Tochter Aareon sieht sich der Konzern auf Kurs. Der Prozess laufe planmäßig bei erwartungsgemäß hohem Interesse potenzieller Käufer, erklärte die Aareal Bank.
Auch die IT-Tochter konnte sich den Folgen des Lockdowns nicht entziehen. Das Betriebsergebnis schmolz im zweiten Quartal auf drei (neun) Millionen Euro zusammen.