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Interview zu WirecardRechtsanwältin Daniela Bergdolt: „Die Mitteilung ist nicht befriedigend“

Für die Münchner Rechtsanwältin und Anlegerschützerin sind im Fall Wirecard noch viele Fragen offen. Sie hofft auf den finalen KPMG-Prüfbericht.Felix Holtermann 13.03.2020 - 19:52 Uhr

Forderte früh eine unabhängige Sonderprüfung der Vorwürfe.

Foto: Bergdolt Rechtsanwälte

Frankfurt. Daniela Bergdolt ist Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit Wirecard und hat früh für eine Prüfung der gravierenden Vorwürfe plädiert.

Frau Bergdolt, wie bewerten Sie das nun veröffentlichte Zwischenergebnis?
Die Mitteilung ist nicht befriedigend. Die erneute Verschiebung des Jahresabschlusses verlängert für Investoren die Unsicherheit. Und die Erklärungen des Konzerns sind schwer nachvollziehbar.

Für das Singapur- und Indiengeschäft und den Factoring-Bereich geben die Prüfer grünes Licht. Ist das nicht positiv?
Doch, das ist ein gutes Signal. Die Debatten um Singapur und Indien können wir abhaken. Hier sind über die bereits erfolgten Berichtigungen hinaus keine weiteren Bilanzanpassungen zu erwarten.

Warum dann Ihr kritisches Urteil?
KPMG prüft seit Ende Oktober die Bücher. Nun haben wir März. Ich verstehe einfach nicht, warum wir nach all den Monaten immer noch kein offizielles Ergebnis haben. Das wirft Fragen auf: Warum ist die Prüfung so schwierig? Liefern Wirecards Partner keine ausreichenden Informationen, und wenn ja, warum? Die Prüfer sind schließlich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Oder mauert der Konzern? Wir wissen es schlicht nicht.

Wirecard erklärt die Verzögerung mit aufwendigen externen Prüfungen und Corona-bedingten Reiserestriktionen.
Ein Einblick in Papierakten dürfte kaum erforderlich sein. Wirecard ist ein Zahlungsdienstleister. Sein Geschäft ist die Übertragung von Geld und Daten. Eine umfangreiche Reisetätigkeit erscheint nicht erforderlich. Und warum muss das Zwischenergebnis am späten Abend nach einem Börsensturz veröffentlicht werden? Befriedigend ist das alles nicht.

Was muss nun geschehen, um das Anlegervertrauen wiederherzustellen?
Der Konzern muss endlich transparenter werden, statt wie ein Start-up zu agieren. Dass der KPMG-Prüfbericht in Gänze veröffentlicht werden soll, ist ein positiver Schritt, den wir lange gefordert haben. Der Ankündigung müssen aber auch Taten folgen. Schon der R&T-Bericht sollte erst veröffentlicht werden, dann gab es nur eine dürre Zusammenfassung. Außerdem sollte sich Wirecard konsequent von allen Partnern trennen, die KPMG den Einblick in die Bücher verwehrt haben.

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