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Investorentag„Neue Ära“: Deutsche Börse erwartet dank Zinswende stärkeres Wachstum

Der hessische Börsenbetreiber profitiert von steigenden Zinsen und höheren Ausschlägen an den Märkten – und deutet einen Deal bei der Tochter Clearstream an.Andreas Kröner 29.06.2022 - 17:31 Uhr Artikel anhören

Der Vorstandschef der Deutschen Börse erwartet wegen des Rückenwinds von den Märkten stärkeres Wachstum.

Foto: Reuters

Frankfurt. Bei der Deutschen Börse steigt angesichts der Zinswende und hoher Ausschläge an den Märkten die Zuversicht. Das Unternehmen erwarte 2022 und darüber hinaus nun ein durchschnittliches jährliches Erlöswachstum von mehr als zehn Prozent statt wie bisher von rund zehn Prozent, erklärte Vorstandschef Theodor Weimer am Mittwoch.

„Nach mehr als einer Dekade mit historisch niedrigen Zinsen und einer niedrigen Volatilität in den meisten Assetklassen hat sich das Umfeld fundamental geändert“, sagte Weimer bei einem Investorentag in der Konzernzentrale in Eschborn bei Frankfurt. Die Inflation sei stark angezogen, was auch zu steigenden Leitzinsen führe. Zudem gebe es eine höhere Volatilität an den Märkten, die wohl noch einige Zeit anhalten werde.

„Wegen des veränderten makroökonomischen Umfelds erwarten wir, dass wir ab diesem Jahr von länger anhaltendem zyklischem Rückenwind profitieren werden.“ Es sei schwer vorherzusagen, wie lange diese „neue Ära“ anhalte, sagte Weimer. „Aber typischerweise dauert ein kompletter Zinszyklus mindestens fünf Jahre.“

Deutschlands größter Börsenbetreiber profitiert gleich doppelt von steigenden Zinsen: Die Wertpapierverwahrtochter Clearstream verdient dann mit den Bareinlagen ihrer Kunden mehr. Zudem hat wegen der bevorstehenden Zinswende in Europa bereits der Handel mit Zinspapieren an der Derivatebörse Eurex angezogen.

Im Rahmen seiner 2020 verabschiedeten Strategie „Compass 2023“ hatte der hessische Dax-Konzern von 2019 bis 2023 ein durchschnittliches jährliches Nettoerlöswachstum von rund zehn Prozent vorhergesagt. Die Hälfte davon sollte aus organischen Wachstumsinitiativen stammen, die andere Hälfte aus Zukäufen. Zyklisches Wachstum war dabei nicht eingeplant.

Deutsche Börse dürfte die Ziele für 2023 übertreffen

Dank des Rückenwinds von den Märkten rechnet die Deutsche Börse ab 2022 nun mit einem organischen Erlöswachstum von sieben bis neun Prozent. Hinzu kommt Wachstum durch Zukäufe, nach denen sich das Unternehmen weiterhin intensiv umsieht.

Unter dem Strich dürfte dies dazu führen, dass das Unternehmen seine für 2023 ausgegebenen Ziele übertrifft, auch wenn das Management diese bisher nicht angepasst hat. 2023 will die Börse zudem einen neuen Strategieplan für die kommenden Jahre vorlegen.

Bei der Entwicklung der neuen Strategie werde man das veränderte makroökonomische Umfeld berücksichtigen, sagte Weimer, dessen Vertrag als Vorstandschef noch bis Ende 2024 läuft. Darüber hinaus wolle der Konzern weiter zukaufen.

In den vergangenen Jahren hat Weimer unter anderem die US-Softwarefirma Axioma, die Fondsvertriebsplattform der UBS, den US-Stimmrechtsberater ISS und das Schweizer Fintech Crypto Finance übernommen – und dabei unterschiedliche Transaktionsstrukturen gewählt.

Axioma brachten die Frankfurter zum Beispiel mit ihrem Indexgeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen namens Qontigo ein. An diesem beteiligen sich der US-Finanzinvestor General Atlantic mit rund 715 Millionen Dollar sowie einige Axioma-Manager mit über 100 Millionen Dollar.

Weimer will „strategische Optionen schaffen“

Weimer machte am Mittwoch deutlich, dass er weiter offen für alle Arten von Transaktionen ist – und er deutete an, dass die Konzerntochter Clearstream davon betroffen sein könnte.

„Mir ist es sehr wichtig, strategische Optionen zu schaffen, um für alle möglichen Entwicklungen vorbereitet zu sein“, sagte der langjährige Investmentbanker. Dass die Deutsche Börse innerhalb von Clearstream mit dem Fondsservicegeschäft („Fund Services“) und dem klassischen Wertpapierverwahrgeschäft („Securities Services“) zwei weitgehend unabhängige Einheiten geschaffen habe, sei dafür „ein sehr wichtiges und prominentes Beispiel“.

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Bereits in der Vergangenheit hat das Management der Deutschen Börse mehrfach darüber nachgedacht, Clearstream abzuspalten und einen Partner an Bord zu holen. Weimers Äußerungen deuten darauf hin, dass er diese Überlegungen in den nächsten anderthalb Jahren gerne in die Tat umsetzen würde.

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