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Kräftiges Umsatzplus Adyen wirbt zahlreiche Kunden vom Skandalkonzern Wirecard ab

Der Boom des Onlinehandels federt den Einbruch von Reisebuchungen und Ladenschließungen ab. Adyen verzeichnet deutliche Umsatzzuwächse.
20.08.2020 Update: 20.08.2020 - 18:39 Uhr Kommentieren
Der niederländische Zahlungsdienstleister profitiert davon, dass in der Coronakrise mehr Menschen online einkaufen. Quelle: ddp images/Kris Tripplaar/
Zentral von Adyen in Amsterdam

Der niederländische Zahlungsdienstleister profitiert davon, dass in der Coronakrise mehr Menschen online einkaufen.

(Foto: ddp images/Kris Tripplaar/)

Frankfurt Der Trend zum Onlinehandel und zur Kartenzahlung hat den niederländischen Zahlungsabwickler Adyen in der Coronakrise kräftig angetrieben. Während das Geschäft mit dem über Wochen geschlossenen stationären Einzelhandel und dem Reisegeschäft im Zuge der Viruspandemie stark einbrach, boomte der Online-Handel.

„Unser Geschäft ist sehr robust aufgestellt. Wenn zum Beispiel der Tourismusbereich einbricht, füllen andere Sparten die Lücke“, sagt Vorstandschef Pieter van der Does am Donnerstag. Man halte daher an den eigenen Wachstumsprognosen fest.

Im ersten Halbjahr 2020 wickelte Adyen Zahlungen im Umfang von rund 129 Milliarden Euro ab und damit 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einen kleinen Teil der Transaktionen erhält Adyen als Gebühr für die Abwicklung. Dieser Nettoumsatz legte um 27 Prozent zu auf knapp 280 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn (Ebitda) kletterte um zwölf Prozent auf fast 141 Millionen Euro, der Nettogewinn ging jedoch um 15 Prozent auf gut 78 Millionen Euro zurück.

Mit der Entwicklung zeigt sich Adyen auch in der Coronakrise relativ robust, wenn der Konzern auch die hohen Steigerungsraten aus dem ersten Quartal nicht halten konnte. Für die Branche der Zahlungsdienstleister sind Adyens Zahlen in jedem Fall ein Lichtblick.

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    Im Juni war der deutsche Rivale Wirecard nach einem milliardenschweren Bilanzskandal in die Pleite gestürzt. Wirecard hatte über Jahre hinweg eine viermal so hohe Profitabilität wie Adyen ausgewiesen – die Zahlen dürften jedoch laut Ermittlern der Staatsanwaltschaft München mindestens seit 2015 gefälscht worden sein.

    Gespräche mit Ex-Kunden von Wirecard

    Vom Bilanzskandal um Wirecard profitiert Adyen: Die Niederländer konnten dem angeschlagenen Konzern aus Aschheim Kunden abjagen. Nach dem spektakulären Zusammenbruch schauen sich Einzelhändler nach Alternativen für die Zahlungsabwicklung um.

    „Wir haben schon einige Zugänge von Händlern erhalten, die mit uns zusammenarbeiten wollen“, sagte Adyen-Finanzvorstand Ingo Uytdehaage. Sie kämen hauptsächlich aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Partnerschaften mit einigen Ex-Wirecard-Kunden bestünden bereits, während Adyen mit vielen anderen noch in Gesprächen sei. Zum Teil handele es sich um „wirklich bekannte Marken“, die „schnell wechseln wollten“. Konkret wurde der Finanzchef jedoch nicht.

    Im Unterschied zu Wirecard, dessen offenbar inflationierter Umsatz kurz vor der Pleite zu mehr als der Hälfte aus dem dubiosen Asiengeschäft stammte, ist Adyen deutlich stärker auf dem europäischen Kernmarkt vertreten. Der Nettoumsatz betrug im ersten Halbjahr jeweils rund 26 Milliarden Euro in Lateinamerika und Asien, 51 Milliarden Euro in Nordamerika und 175 Milliarden Euro in Europa.

    Laut Finanzchef Uytdehaage war der Wirecard-Skandal „nicht gut für das Vertrauen in die Branche“. Adyen aber boomt weiter, da immer mehr Käufer kontaktlos bezahlen oder im Internet einkaufen. Zu Adyens Kunden gehören stark wachsende Unternehmen wie der Fahrdienstvermittler Uber oder der Onlinehändler Ebay. Der Aktienkurs hat sich 2020 verdoppelt, obwohl der Amsterdamer AEX-Index um rund sieben Prozent gefallen ist.

    Investitionskurs wird weiter verfolgt

    Adyen will sich dennoch nicht zurücklehnen, sondern weiter investieren, sagte Vorstandschef van der Does: „Auf der Kostenseite wollen wir sicherstellen, dass wir in die Zukunft des Unternehmens investieren. Es ist sehr einfach, unsere Kostenbasis zu drücken. Aber dann müssten wir aufhören, Leute einzustellen.“ Adyen hat 2020 rund um den Globus Hunderte neue Mitarbeiter zu sich geholt – laut eigener Angabe knapp zur Hälfte im Technologiebereich. Der Konzern hat nun knapp 1500 Angestellte.

    Bei vielen Wettbewerbern hinterlässt die Coronakrise deutlich tiefere Spuren. So fielen die Umsätze im ersten Halbjahr bei den europäischen Anbietern Ingenico und Worldline sowie bei Global Payments aus den USA. Umsatz und Gewinn sackten auch beim US-Kreditkartenanbieter Mastercard weg, Wettbewerber Visa verzeichnete einen Einbruch bei den Transaktionen. Besser lief es beim Online-Bezahl-Spezialisten Paypal.

    Mit Agenturmaterial.

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