Kredit verspielt: Warum die Bankenkrisen nicht aufhören
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- Weltweit versuchen Aufseher und Politiker die Ängste vor einer neuen Bankenkrise zu dämpfen. Doch die Pleite der Silicon Valley Bank und die Notfusion von UBS und Credit Suisse waren noch nicht das Ende.
- Auch nach den Erfahrungen von 2008 ist es nicht gelungen, die Banken so zu regulieren, dass nicht immer wieder Risiken von der Branche ausgehen.
- Dabei liegen Ideen für wirksame Reformen längst vor. Die Banken brauchen nun nicht weniger sondern mehr Regulierung.
New York, Frankfurt, Zürich, Düsseldorf, Brüssel, Berlin. Manchmal wohnt dem Zufall etwas Schicksalhaftes inne. Ausgerechnet am Montag vergangener Woche, dem Tag nach der dramatischen Rettung der Credit Suisse, war Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) mit Topmanagern deutscher Finanzinstitute verabredet. Der sogenannte „CEO roundtable“ war seit Monaten geplant. Doch nun kam im Ministerium die Sorge auf, das Treffen könne als eilig einberufene Krisenrunde gedeutet werden. Was also tun? Absagen könnte womöglich für noch mehr Aufsehen sorgen. Man entschied sich dagegen.
Und so saß Lindner am Montag, 20. März, im „Matthias-Erzberger-Saal“ seines Ministeriums zusammen mit Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank, Theodor Weimer von der Deutschen Börse und einer Reihe weiterer Manager.
Auch wenn Nervosität an den Märkten selbstverständlich Thema war, galt, was immer gilt in solchen nervösen Extremsituationen, wo die Psychologie schnell zum entscheidenden Faktor werden kann: Ruhe bewahren, nichts anmerken lassen. Und so diskutierte die Runde die meiste Zeit wie geplant über Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Finanzbranche.