Landesbank: Helaba verliert ihren IT-Vorstand
Frankfurt. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) muss sich einen neuen IT-Vorstand suchen. Christian Rhino verlasse die Bank auf eigenen Wunsch mit Vertragsende zum 31. Juli kommenden Jahres, teilte die Helaba am Montagnachmittag mit.
Der 54-Jährige war im Sommer 2020 von der Commerzbank zur Helaba gewechselt. Bei der Helaba ist er Chief Information und Chief Operating Officer.
Die Helaba ist seit Längerem dabei, ihre IT, inklusive des wichtigen Kernbankensystems, zu modernisieren. Das Projekt namens „Atlas“ ist noch nicht abgeschlossen.
Neben Rhinos Weggang gibt es eine weitere Änderung im Führungsgremium der Bank. Frank Nickel, zuständig unter anderem für das Geschäft mit den Sparkassen, geht im Sommer 2025 in den Ruhestand. Auf den 64-Jährigen soll Frank Dehnke, derzeit Vorstand der Sparkasse Oberhessen, folgen. Auch Nickel war von einer Sparkasse zur Helaba gewechselt.
Der Beschluss steht laut Bank aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der nationalen und der europäischen Bankenaufsicht. Die Helaba wird angesichts ihrer Größe direkt durch die Europäische Zentralbank (EZB) überwacht.
An der Spitze der Helaba steht seit 2020 Thomas Groß. Dem Vorstand gehört er bereits seit 2012 an.
Hohe Risikovorsorge für Immobilien nötig
Unter den deutschen Landesbanken ist die Helaba die Nummer drei, nach der LBBW aus Stuttgart und der BayernLB aus München. Sie ist stark im Geschäft mit Immobilienfinanzierung engagiert und war 2023 stark von den Problemen am Markt für Gewerbeimmobilien betroffen. So hatte sie die Risikovorsorge für ausfallgefährdete und problematische Immobilienkredite um rund 560 Millionen Euro erhöht.
Auch weil die Bank – wie viele andere Geldhäuser – erheblich von den EZB-Zinserhöhungen profitierte, fuhr sie dennoch einen Rekordgewinn ein. Das Ergebnis wurde von der Frankfurter Sparkasse, einer Helaba-Tochter, angetrieben.