Mobiles Bezahlen: In Brasilien wird immer seltener mit Bargeld gezahlt
Einer der Gründe für den Erfolg von Pix liegt in der Internetaffinität und Smartphonedichte in Brasilien.
Foto: Moment/Getty ImagesSao Paulo. Im September vor zwei Jahren stellte die brasilianische Zentralbank ihre neueste 200-Real-Banknote vor. Wegen der hohen Sozialhilfen in der Pandemie-Zeit erwarteten die Notenbanker, dass der Bargeldverkehr rasant anwachsen würde. Doch es sollte anders kommen: Bis heute hat kaum jemand in Brasilien die Note mit dem Mähnenwolf in der Hand gehabt.
Das liegt nicht daran, dass die Banknote im Wert von umgerechnet knapp 40 Dollar zu hoch im Wert wäre. Der Grund ist vielmehr: Die Brasilianer nutzen immer weniger Bargeld. Wer heute cash das Bier in der Bar, die Taxifahrt oder den Haarschnitt bezahlen will, der bekommt meist zu hören: „Não tem pix? Haben Sie denn kein Pix?“
Pix, das ist das Sofortüberweisungssystem, das die brasilianische Zentralbank vor zwei Jahren eingeführt hat – kurz nachdem die neue Banknote vorgestellt wurde. Dieses System war von Anfang an immens erfolgreich.
Bargeld wird in Brasilien durch Zahlungssystem Pix ersetzt
Allein im ersten Jahr der Nutzung ging der Bargeldverbrauch um zehn Prozent zurück. Dabei war Brasilien eine der großen Ökonomien mit einer der höchsten Bargeldquoten weltweit. Noch 2014 tätigten die Brasilianer 40 Prozent aller Transaktionen in bar.