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Online bezahlenDeutsche Bank und Commerzbank übernehmen mehr Anteile an schwächelndem Bezahldienst Paydirekt

Ein Dutzend private Banken haben ihre Paydirekt-Beteiligung abgegeben. Einige müssen noch entscheiden, ob ihre Kunden den Onlinebezahldienst künftig überhaupt nutzen können.Elisabeth Atzler 06.01.2020 - 11:11 Uhr

Das Onlinebezahlverfahren der deutschen Kreditwirtschaft gibt es bereits seit 2015, es wird aber relativ wenig genutzt.

Foto: picture alliance / ZB

Frankfurt. Zwölf private Banken haben sich nach Handelsblatt-Informationen von ihren Anteilen am gemeinsamen Bezahldienst der deutschen Kreditwirtschaft, Paydirekt, getrennt. Die Häuser, darunter ING, Santander, Targobank und Hypo-Vereinsbank, hatten den Schritt vor einem Jahr angekündigt. Nun können sie Vollzug melden.

Die sogenannten Poolbanken waren mit 11,11 Prozent an Paydirekt beteiligt, dieses Paket wandert an die Deutsche Bank und die Commerzbank. „Deutsche Bank und Commerzbank haben die Anteile der Poolbanken, die in einer Beteiligungsgesellschaft zusammengefasst waren, zu gleichen Teilen übernommen“, teilte Paydirekt auf Anfrage mit. Die beiden Großbanken halten damit jeweils 16,67 Prozent an Paydirekt. Der Rest, also je ein Drittel, liegt bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Zum Kaufpreis und dazu, ob überhaupt Geld für die Anteile geflossen ist, wollten sich weder Paydirekt noch die Deutsche Bank oder die Commerzbank äußern.

Paydirekt war 2015 mit hohen Erwartungen gestartet, wird diesen aber nicht gerecht. Die deutschen Banken wollten mit der Gemeinschaftsfirma Paydirekt dem US-Onlinebezahldienst Paypal Konkurrenz machen. Während Paypal rund 23 Millionen Nutzer in Deutschland zählt, haben sich bei Paydirekt bislang nur 3,2 Millionen Menschen registriert.

Der Umsatz im E-Commerce ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen – und dürfte weiter rasant zulegen. Deshalb ist für die deutschen Banken auch wichtig, ein eigenes Bezahlverfahren anzubieten, bei dem sie vom Handel Gebühren kassieren können.

Allerdings ist der Wettbewerb enorm, weil es etliche Anbieter von Bezahlverfahren gibt. Die Zukunft von Paydirekt gilt zudem als ungewiss. Während ING, Oldenburgische Landesbank, Degussa Bank, Targobank und Hypo-Vereinsbank Paydirekt künftig weiterhin anbieten wollen und MLP das plant, steht der Entschluss bei fünf anderen Poolbanken noch aus.

Vor einem Jahr hieß es offiziell, dass Entscheidungen bei Paydirekt durch die künftige Eigentümerstruktur einfacher würden. Doch nun könnten sich einige Banken ganz von Paydirekt verabschieden.

Denn bei Santander, Südwestbank, Flessabank, VW Bank und Consorsbank ist noch nicht klar, ob sie den Onlinebezahldienst überhaupt anbinden. Bisher können Kunden dieser Häuser Paydirekt nicht nutzen. Die National-Bank aus Essen bietet Paydirekt nicht mehr an. Sie sehe ihre strategische Ausrichtung im Bereich Vermögensanlage und Finanzierung, erklärte Paydirekt.

Zudem arbeiten die deutschen Banken und Sparkassen unter dem Arbeitstitel X-Pay ohnehin an einer Neuaufstellung ihrer Bezahlangebote. Sie peilen an, die verschiedenen Angebote nicht nur zu bündeln, sondern ganz zusammenführen und als ein Zahlungssystem anbieten. Dabei wird auch darüber nachgedacht, die Bezahlsysteme unter einer neuen Marke zusammenzufassen.

Das gesamte Projekt zur Zukunft der Zahlungsdienstleistungen läuft unter dem Namen „#DK“, was für „Digitale Kreditwirtschaft“ steht und zugleich die Abkürzung für Deutsche Kreditwirtschaft ist, der gemeinsamen Interessenvertretung der Banken-Lobbyverbände. Dabei geht es neben Paydirekt um Giropay, das zweite Onlinebezahlverfahren deutscher Geldhäuser. Giropay ist lange vor Paydirekt gestartet, wird aber ebenfalls vergleichsweise wenig genutzt. Als wahrscheinlich gilt, dass im Zuge von X-Pay zunächst Giropay und Paydirekt zusammengelegt werden.

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Auch das Handy-zu-Handy-Zahlverfahren „Kwitt“ könnte später integriert werden. Per Kwitt können sich nur Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken gegenseitig Geld schicken. Als das populärste Zahlungsverfahren der deutschen Kreditwirtschaft gilt aber die „EC-Karte“, die heute offiziell Girocard heißt. Es gibt mehr als 100 Millionen Karten, zudem hat die Zahl der Transaktionen zuletzt deutlich angezogen. Allerdings kann man die Girocard nicht zum Bezahlen beim Online-Shopping einsetzen.

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