Personalie: Chefjustiziar der Deutschen Bank auf dem Absprung
In den Chefetagen rumort es.
Foto: AFPFrankfurt. Die Deutsche Bank wird sich aller Voraussicht nach schon bald nach einem neuen Chefjustiziar umschauen müssen. Zwei mit dem Sachverhalt vertraute Quellen bestätigten dem Handelsblatt, dass die Trennung von Florian Drinhausen quasi beschlossene Sache sei.
Bereits seit Längerem schwelt ein Streit zwischen dem 52-Jährigen und dem im vergangenen Jahr ernannten Rechtsvorstand Stefan Simon. Simon, der zuvor im Aufsichtsrat des Geldhauses saß, habe bereits in dieser Position immer wieder Kritik an Drinhausens Art geübt, mit den vielfältigen Rechtsproblemen der Bank umzugehen, heißt es. Das gelte vor allem für die häufig harte Linie des Chefjustiziars gegenüber Strafverfolgern und Aufsehern.
Als beispielsweise Staatsanwälte die Deutsche Bank Ende 2018 wegen des Verdachts auf Geldwäsche durchsuchten, soll Drinhausen gegenüber den Ermittlern laut geworden sein. Sein Auftreten hatte damals innerhalb der Bank für heftige Kontroversen gesorgt.
Drinhausen war lange Zeit Partner bei Linklaters, bevor er 2014 zu Deutschen Bank kam. Vor gut zwei Jahren wurde er dann zum Chefjustiziar und damit zum Leiter der Rechtsabteilung befördert. Seit der Beförderung von Simon zum Rechtsvorstand sei klar gewesen, dass Drinhausen Probleme bekommen werde, heißt es in Finanzkreisen.
Simons Vorgänger als Rechtsvorstand, der heutige stellvertretende Vorstandschef Karl von Rohr, habe bislang aber stets eine schützende Hand über den Chefjustiziar gehalten und damit einen früheren Abschied von Drinhausen verhindert. Jetzt werde die Trennung aber bald vollzogen.
Die Deutsche Bank wollte sich zu der Personalie nicht äußern. Zuvor hatten der „Spiegel“ und das „Manager Magazin“ über den bevorstehenden Abgang Drinhausens berichtet.