Prognose: Sparkassen Baden-Württemberg erwarten Ergebnisanstieg
Die 50 Sparkassen in Baden-Württemberg gehen davon aus, dass 2023 der Zinsüberschuss zum zweiten Mal seit acht Jahren wieder zunehmen wird.
Foto: dpaFrankfurt. Die Sparkassen in Baden-Württemberg bauen trotz der Konjunktureintrübung im laufenden Jahr auf steigende Ergebnisse. Die Prognose für 2023 sehe nach den außergewöhnlichen Wertpapierabschreibungen im vergangenen Jahr gut aus, erklärte Verbandspräsident Peter Schneider am Mittwoch in Stuttgart. „Die Erträge steigen stärker als die Kosten, so dass gute Ergebnisse erwartet werden“, merkte er an.
Für 2023 rechneten die Sparkassen mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung über den 1,9 Milliarden Euro des vergangenen Jahres. Es werde ein verfügbarer Gewinn erwartet, der das Eigenkapital weiter stärke. Sorgen bereitet den Sparkassen aber die schwächelnde Wirtschaft.
Die Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung der hohen Inflation sei richtig gewesen, erklärte Schneider. „Jetzt ist es wichtig, dass die EZB nicht nachlässt bei der Straffung der Geldpolitik,“ führte er aus.
Die 50 Sparkassen in Baden-Württemberg gehen davon aus, dass 2023 der Zinsüberschuss zum zweiten Mal seit acht Jahren wieder zunehmen wird und zwar um 600 Millionen Euro. 2022 hatten sie 3,4 Milliarden Euro erzielt. „Damit bekommt unser Hauptergebnisträger, das Zinsergebnis, wieder Aufwind“, erklärte Schneider.
Bei der Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle werde vorsichtig geplant. Dabei haben die Institute die sich eintrübende Konjunktur im Blick. Aktuell sehe die Risikovorsorge unproblematisch aus, sagte Schneider. Allerdings nehme die Anzahl der Insolvenzen zu.
Unsicherheit unter Sparkassen-Kunden
Die Konjunktursorgen spiegelten sich auch im Geschäft des ersten Halbjahres wider. „Wir sind in der Rezession in Deutschland, schrumpfende Wirtschaft, wir gehören zu den Schlusslichtern in Europa,“ sagte Schneider.
Bei den Kunden mache sich Unsicherheit breit. So sei das Kreditneugeschäft binnen Jahresfrist um 40 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro gesunken. „So einen Nachfrageeinbruch hatten wir noch nie“, sagte Schneider.
Beim privaten Wohnungsbau liege der Rückgang bei über 60 Prozent. Hier sei auch die Politik gefordert. „Wir bräuchten dringend Impulse im Wohnungsbau.“ Der Bestand der Kundeneinlagen sei dagegen zur Jahresmitte erneut gewachsen auf 169 Milliarden Euro – ein schmales Plus zum Vorjahr von 1,8 Prozent.