Quartalszahlen: US-Banken profitieren von starkem Handelsgeschäft
Frankfurt. Die US-Banken profitieren von den hohen Schwankungen an den Aktienmärkten: Die Bank of America (BofA), Amerikas zweitgrößte Bank, Morgan Stanley sowie Goldman Sachs vermeldeten am Mittwoch große Zuwächse im Handelsgeschäft.
Ursache war die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Investoren reagierten auf Ausschläge an den Börsen und schichteten ihre Portfolios um. Für die Geldhäuser bedeutete das ein lukratives Geschäft im zweiten Quartal.
Zuwächse im Handelsgeschäft bei US-Instituten
Die Erträge im Handelsgeschäft legten bei BofA um 15 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar zu, bei Morgan Stanley um 23 Prozent auf 3,7 Milliarden und bei Goldman Sachs sogar um 36 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar.
„Wir haben ein weiteres solides Quartal abgeliefert, mit einem Gewinn pro Aktie, der um sieben Prozent über dem des Vorjahres liegt“, sagte BofA-Chef Brian Moynihan. Insgesamt erzielte das Institut unter dem Strich einen Überschuss von 7,1 Milliarden Dollar, verglichen mit 6,9 Milliarden Dollar vor Jahresfrist.
Neben dem starken Handelsgeschäft profitierte die Bank auch von steigenden Zinserträgen. Das Zinsergebnis stieg im zweiten Quartal um sieben Prozent.
„Der Nettozinsertrag wuchs das vierte Quartal in Folge und spiegelt acht aufeinanderfolgende Quartale des Einlagenwachstums und ein Kreditwachstum von sieben Prozent im Jahresvergleich wider“, sagte Moynihan.
Auch die US-Großbank Goldman Sachs verbuchte im zweiten Quartal einen Gewinnsprung. Der Überschuss sei um 22 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Institut am Mittwoch mit.
Die starken Ergebnisse für das Quartal spiegelten „ein gesundes Maß an Kundenaktivität in allen unseren Geschäftsbereichen“ wider, sagte Goldman-Sachs-Chef David Salomon.
Das Institut legte vor allem im Investmentbanking zu. So stiegen die Erträge in dem Geschäftsbereich um 26 Prozent.
Morgan Stanley übertrifft Erwartungen deutlich
Auch Morgan Stanley hat ein gutes zweites Quartal verbucht. Die Bank übertraf mit starken Ergebnissen im Aktienhandel die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Überschuss stieg auf 2,1 Milliarden Dollar, nach 1,8 Milliarden Dollar im Vorquartal.
Neben dem starken Handelsgeschäft schnitt auch die Vermögensverwaltung gut ab: Sie verzeichnete 59 Milliarden Dollar an Netto-Neugeldzuflüssen und lag damit deutlich über den Prognosen. Die Investmentbanking-Gebühren von Morgan Stanley gingen um fünf Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zurück – weniger als erwartet. Das lag auch am Anstieg im Aktienemissionsgeschäft von über 40 Prozent.
„Morgan Stanley hat erneut ein starkes Quartal abgeliefert“, sagte Morgan-Stanley-CEO Ted Pick am Mittwoch. Sechs Quartale in Folge mit konstanten Ergebnissen zeigten eine hohe Leistungsfähigkeit in unterschiedlichen Marktumfeldern.
Mit Material von Reuters.