Twitter: US-Banken verkaufen wohl Teile von Musks Krediten für X
New York. US-Großbanken bereiten sich Insidern zufolge darauf vor, einen Teil der Kredite an den Milliardär Elon Musk für den Kauf der Social-Media-Plattform Twitter – mittlerweile X – loszuschlagen.
Banker von Morgan Stanley hätten bereits Investoren vor dem für nächste Woche geplanten Verkauf von Darlehen in Höhe von bis zu drei Milliarden Dollar kontaktiert, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf eigene Quellen. Vorab hatte das „Wall Street Journal“ (WSJ) die Pläne veröffentlicht.
Die Verbindlichkeiten sollen demnach in mehreren Tranchen und mit Abschlägen an Investoren weitergereicht werden. Die Rede ist von einem Angebot von 90 bis 95 Cent pro Dollar Schulden. Bei Morgan Stanley war von Reuters zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. X und Musk äußerten sich auch auf Anfragen der dpa und Bloomberg nicht.
Normalerweise verkaufen die Banken solche Kredite kurz nach Abschluss eines Geschäfts an Investoren, aber im Fall von X hatten die Kreditgeber Schwierigkeiten, die Schulden loszuwerden.
Nach Angaben von Bloomberg lag das einerseits an den unklaren Geschäftsaussichten für das ehemalige Twitter: So hat Musks inhaltlicher Kurs dafür gesorgt, dass die Plattform zahlreiche Werbekunden verloren hat. Da die Firma seitdem nicht mehr an der Börse notiert ist, gibt es keine öffentlich zugänglichen Informationen dazu, wie das Geschäft läuft.
Inzwischen hat X zwar – vor allem über den US-Wahlkampf – in der öffentlichen Wahrnehmung wieder an Bedeutung gewonnen. Und Linda Yaccarino, operative Geschäftsführerin der Plattform, erklärte bereits 2023, dass die Werbekunden wieder zurückkehren. Musk selbst ist aber laut Wall Street Journal nicht zufrieden mit der Entwicklung: „Unser Nutzerwachstum stagniert, der Umsatz ist nicht beeindruckend – und wir kommen kaum über die Runden“, zitierte die Zeitung aus einer E-Mail an die Mitarbeiter.
Der Tesla-Chef hatte Twitter im Oktober 2022 für rund 44 Milliarden Dollar gekauft und in „X“ umbenannt. Den Großteil der Summe besorgte er sich über den Verkauf von Aktien des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla. Zugleich bekam er Kredite von sieben Banken, darunter von Top-Adressen wie Morgan Stanley und der Bank of America.
Die Banken sitzen derzeit generell noch auf Krediten in Milliardenhöhe, die sie während der Niedrigzinsphase bis vor wenigen Jahren vergeben hatten. Auch die Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben den im Markt üblichen Verkauf von Verbindlichkeiten schwieriger gestaltet.
Erstpublikation: 25.01.2025, 02:30 Uhr.