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Wirecard-SkandalBafin-Bankenaufseher Röseler: „Aufsichtsansatz war nicht geeignet“

Der oberste Bafin-Bankenaufseher Röseler räumt im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags Fehler bei der Art der Aufsicht ein. Der Ansatz müsse „neu gestaltet“ werden. 26.02.2021 - 18:17 Uhr Artikel anhören

Der oberste Bankenaufseher der Bafin soll die Behörde als dienstältester Exekutivdirektor leiten, bis ein Nachfolger für Felix Hufeld gefunden ist.

Foto: Bernd Roselieb

Berlin. Die Arbeitsweise der Finanzaufsicht Bafin war nach Ansicht ihres obersten Bankenaufsehers Raimund Röseler nicht dafür geschaffen, um den Wirecard-Betrug zu erkennen. „Der Aufsichtsansatz war nicht geeignet, um den Risiken zu entsprechen“, sagte Röseler am Freitag im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Man habe die Wirecard Bank wie andere nicht-systemrelevante Banken behandelt – und dabei nicht gesehen, dass die Bank Teil eines „gigantischen Betrugskonstrukts“ gewesen sei. Es sei daher unumgänglich, „dass wir unseren Aufsichtsansatz neu gestalten“.

Die Bafin war für die Aufsicht der Wirecard Bank zuständig, hatte sich für die Überwachung des Gesamtkonzerns aber nicht verantwortlich gesehen. Dies war zwischen verschiedenen Behörden umstritten. Für die Überwachung solcher komplexer Unternehmen strebt Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auch deswegen jetzt eine Reform an. Die Bafin soll künftig explizit für komplexe Firmenkonstrukte zuständig sein. Außerdem soll die Aufsichtsstruktur der Bafin effizienter werden.

Röseler machte klar, dass es trotz negativer Presseberichte keinen Anlass für eine stärkere Überwachung der Wirecard Bank gegeben habe. Den Artikeln habe eine erfolgreiche Bank mit einem „beachtlichen Kundenkreis“ gegenübergestanden. Außerdem seien die Berichte der Wirtschaftsprüfer EY „einwandfrei“ gewesen. „Wir wissen bis heute nach wie vor nicht, was genau wirklich passiert ist“, sagte Röseler.

Die Wirecard AG hatte im Juni 2020 Luftbuchungen von 1,9 Milliarden eingeräumt und daraufhin Insolvenz angemeldet. Insgesamt könnte es nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft um mehr als drei Milliarden Euro gehen. Weil der Bilanzskandal jahrelang unentdeckt blieb, steht unter anderem die Bafin in der Kritik. Der frühere Bafin-Chef Felix Hufeld nahm seinen Hut. Außerdem ist die Bafin ins Visier der Staatsanwaltschaft Frankfurt geraten.

dpa
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