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Zahlungsdienstleister Das steckt hinter dem Kursrutsch bei Wirecard

Ein Pressebericht lässt den Wirecard-Kurs zeitweise deutlich sinken. Dabei geht es um neue Lizenzen in Singapur, die dem Konzern noch fehlen. Die Zentralbank beschwichtigt.
03.02.2020 Update: 04.02.2020 - 14:31 Uhr Kommentieren
Singapur ist der wichtigste Standort für die Expansion des Zahlungsdienstleisters in Asien. Quelle: Reuters
Wirecard

Singapur ist der wichtigste Standort für die Expansion des Zahlungsdienstleisters in Asien.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Bangkok Die Meldung klang dramatisch. Wirecard besitze noch keine Lizenz, „um auch in Zukunft bestimmte Zahlungsdienstleistungen in Singapur anbieten zu dürfen“, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Montag unter Berufung auf die Zentralbank von Singapur. Eine Sprecherin der Aufsichtsbehörde des südostasiatischen Stadtstaats habe das dem Magazin bestätigt.

Der Aktienkurs ging daraufhin bis zu 4,7 Prozent ins Minus, grenzte ihr Minus aber bis zum Handelsschluss 0,5 Prozent im Minus.

Klar ist: Singapur hat im vergangenen Jahr seine Aufsicht neu geordnet. So vergibt der Stadtstaat erstmals Lizenzen für rein virtuelle Banken, die ihre Kundengeschäfte ausschließlich über das Internet abwickeln. Auch für Zahlungsdienstleister gilt seit vergangener Woche eine neue Lizenzpflicht. Allerdings gilt eine Übergangsfrist, binnen derer sich Zahlungsdienstleister für die neuen Lizenzen bewerben können.

Wirecard teilte auf Handelsblatt-Anfrage mit: Bestimmte Institute, die Zahlungsdienstleistungen anböten, seien verpflichtet, bis Mitte 2020 eine Lizenz zu beantragen. „Wirecard hat hierzu bereits seit über einem Jahr an branchenweiten Konsultationsgesprächen teilgenommen, um sich sowohl mit dem aufkommenden Gesetz als auch mit den entsprechenden Umsetzungsrichtlinien vertraut zu machen.“

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Standort erkennen

    Man erfülle sämtliche entsprechenden Qualifikationskriterien der Zentralbank MAS. „Deshalb haben wir keine Zweifel daran, dass MAS die entsprechende Lizenz an Wirecard erteilen wird.“ Die Behörde war auf Anfrage am Montagabend (Ortszeit) nicht mehr zu erreichen.

    Singapur ist Wirecards wichtigster Standort für die Expansion in Asien. Im vergangenen Jahr hatten unter anderem Fehlbuchungen und weitere Unregelmäßigkeiten in der lokalen Einheit zur Einsetzung einer Bilanzsonderprüfung geführt.

    Update, 04. Februar 2020: Wie die Zentralbank von Singapur (MAS) am Dienstag dem Handelsblatt mitgeteilt hat, hat sie bisher noch keine Lizenzen auf Basis der gesetzlichen Neuregelung erteilt. Wirecard kann demnach die vorgesehene Übergangsperiode nutzen, um sich auf eine Lizenz zu bewerben.

    „Der Payment Services Act ist am 28. Januar 2020 in Kraft getreten“, erklärte ein MAS-Sprecher. Das Gesetz regele die Aufsicht über manche Bereiche erstmals, etwa über Zahlungsdienste. In anderen, bereits regulierten Bereichen werde sie neu geregelt, etwa beim Währungstausch und bei grenzüberschreitenden Zahlungen.

    „Seit dem 28. Januar 2020 akzeptieren wir Lizenzanträge“, so der Sprecher weiter. Für bereits in Singapur tätige Unternehmen gelte eine Übergangsfrist zwischen sechs Monaten und einem Jahr, während der sie weiter aktiv sein könnten. Konkret heißt es: „Wirecard verfügt derzeit über keine MAS-Lizenz, betreibt jedoch ein bestehendes Geschäft in Singapur, sodass die Übergangsfrist für Wirecard gilt.“ In der bisherigen kurzen Frist habe man noch keine der neuen Lizenzen ausgestellt.

    Mehr: Bei Tesla und Wirecard laufen die Kurse den Fundamentaldaten davon: Die Aktien des Autobauers und des Zahlungsdienstleisters sind mittlerweile reine Spekulationsobjekte.

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