Munich Re: Rückversicherer sucht Schiffskapitäne und Hacker als Mitarbeiter
Frankfurt. Sinkende Bewerberzahlen und geänderte Anforderungsprofile stellen den weltgrößten Rückversicherer Munich Re bei der Personalsuche vor große Herausforderungen. „Wir stehen verstärkt mit Tech-Konzernen im Wettbewerb um die besten Talente“, sagte Munich Re-Personalvorstand Achim Kassow im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Denn während klassische Verwaltungstätigkeiten immer stärker automatisiert werden, braucht der Versicherungskonzern Spezialisten für die Entwicklung komplexer mathematischer Modelle und Konzepte rund um die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI). Zudem reißt die Tatsache, dass viele ältere Mitarbeiter in den Ruhestand gingen, viele Lücken im Unternehmen.
Im Bestreben, neue Fachkräfte zu gewinnen, will Munich Re seine eigene Vielfalt offensiver nach außen tragen, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten ausbauen und gleichzeitig das Image als Traditionsunternehmen wahren.
Über alle Branchen hinweg sind KI-Spezialisten und andere Digitalisierungskräfte gerade hart umworben. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums dürfte die Fachkräftelücke hier von 123.000 im Jahr 2022 auf 128.000 im Jahr 2027 steigen. Das macht ihre Gewinnung für Munich Re noch schwieriger. „Diese Fachkräfte haben die Versicherungsindustrie noch nicht als erste Adresse für eine Bewerbung wahrgenommen“, bedauert Kassow zudem. Dabei stehen die Versicherer im Zentrum gleich mehrerer aktueller Dynamiken.