Structured Alpha-Hedgefonds: Betrugsprozess gegen Ex-Allianz-Hedgefondsmanager erst 2024
Als die Finanzmärkte im Februar und März 2020 verrückt spielten, erwirtschafteten die Hedgefonds über sieben Milliarden Dollar Verlust.
Foto: ReutersNew York. Der Architekt der in der Corona-Krise zusammengebrochenen „Structured Alpha"-Hedgefonds der Allianz kommt erst im übernächsten Jahr vor Gericht. Richterin Laura Taylor Swain setzte den Auftakt des Prozesses gegen Greg Tournant bei einer Anhörung am Donnerstag vor dem US-Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Manhattan auf den 5. Februar 2024 fest.
Grund für die lange Vorbereitungszeit sei die Komplexität der Anschuldigungen, wonach Tournant Anleger um Milliarden gebracht haben soll, indem er die Risiken der Hedgefonds kleingeredet habe. Tournant war im Mai des Betrugs und anderer Delikte angeklagt worden, hat sich aber nicht schuldig bekannt.
In die „Structured Alpha"-Fonds, die Tournant aufgelegt und für Allianz Global Investors (AllianzGI) gemanagt hatte, hatten institutionelle Anleger aus den USA vor Ausbruch der Corona-Pandemie mehr als elf Milliarden Dollar investiert. Als die Finanzmärkte im Februar und März 2020 verrückt spielten, erwirtschafteten die Hedgefonds über sieben Milliarden Dollar Verlust.
Die Muttergesellschaft, der Münchner Versicherungsriese Allianz, einigte sich mit den US-Behörden im Mai auf einen mehr als sechs Milliarden Dollar schweren Vergleich, ein Teil davon ging als Entschädigung an die Anleger. Zudem darf AllianzGI für zehn Jahre keine US-Investmentfonds beraten.
Die Behörden werfen Tournant und seinen Kollegen vor, sie hätten es unterlassen, die Optionen zu kaufen, mit denen die Fonds gegen solch große Verluste abgesichert werden sollten, wie sie zu Beginn der Corona-Krise auftraten. Tournants Anwalt Seth Levine hatte die Terminfestsetzung als „verfrüht“ abgelehnt. Er hat gefordert, die Anklage fallen zu lassen, weil die Ankläger sich unter anderem auf Informationen des ehemaligen Anwalts von Tournant stützten, auf die sie wegen des Vertrauensverhältnisses von Rechtsanwalt und Klient nicht hätten zugreifen dürfen.