Swiss Re: „Wachstum ist in unserer Branche nicht das Problem“
Zürich. Seit rund einem Jahr steht der Ex-Allianz-Mann Andreas Berger an der Spitze von Swiss Re. Im Sommer 2024 hatte Berger den Schweizer Rückversicherer mit großen Ambitionen übernommen: Stark schwankende Gewinne sollten der Vergangenheit angehören, Altlasten abgebaut werden. Vor seinem Amtsantritt hatte der größte Konkurrent, die Munich Re, die Schweizer immer wieder abgehängt.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt gibt sich Berger kritisch: Die Swiss Re habe ihr volles Potenzial zu lange nicht ausgeschöpft. Kurz vorher hatte er aktuelle Zahlen des Konzerns präsentiert: Im ersten Halbjahr 2025 hat die Swiss Re den Gewinn gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch wenn die Auswirkungen falscher Wetten im US-Haftpflichtgeschäft teilweise noch die Zahlen des neuen CEO belasten.
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Genau solche Fehlentscheidungen sollen der Vergangenheit angehören, so Berger. Um weiter zur Münchener Konkurrenz aufzuschließen, will er mehr Disziplin bei der Zeichnung von Risiken etablieren: „Wichtig ist, dass erwartete und tatsächliche Schäden in Zukunft nicht mehr auseinanderklaffen.“
Gleichzeitig fordert Berger eine „Rückbesinnung auf Rollen“ – und will die Erstversicherer wieder stärker in die Pflicht nehmen. Rückversicherer seien der Schockabsorber der Versicherungswirtschaft. Kleinere Frequenzschäden sollten die Erstversicherer selbst abdecken.