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Versichererverband GDV Kreditversicherer erwarten bald große Insolvenzwelle

Bisher verzeichnen die Kreditversicherer kaum steigende Zahlungsausfälle. Im kommenden Jahr wird jedoch eine schnell steigende Zahl von Firmenpleiten erwartet.
10.12.2020 Update: 10.12.2020 - 15:24 Uhr Kommentieren
Ab Januar gelten wieder die üblichen Vorschriften zur Insolvenzantragspflicht. Quelle: dpa
Harte Zeiten für die Innenstädte

Ab Januar gelten wieder die üblichen Vorschriften zur Insolvenzantragspflicht.

(Foto: dpa)

München Die deutschen Kreditversicherer warnen in der Coronakrise vor einer trügerischen Ruhe vor dem Sturm. Derzeit gebe es zwar kaum steigende Zahlungsausfälle im Handel, sagte Thomas Langen, Chef der Kommission Kreditversicherung im Versichererverband GDV und Manager beim Kreditversicherer Atradius, am Donnerstag. Die Wirtschaft schiebe aber eine Welle an drohenden Insolvenzen vor sich her.

Das verstelle den Blick auf die eigentliche Lage. „Es ist klar, dass die Welle bald brechen wird“, sagte Langen, und zwar, wenn die Insolvenzantragspflicht zum Jahreswechsel wieder in Kraft tritt. „Die Risiken steigen und sind schwieriger zu kalkulieren. Wir sind an dem Punkt, an dem die staatlichen Hilfen mehr Schaden anrichten als nützen.“

Wegen des Konjunktureinbruchs in der Corona-Pandemie hatte die Regierung die Pflicht zur Insolvenzanmeldung für betroffene Firmen aus Angst vor massiven Kreditausfällen ausgesetzt. Viele Volkswirte warnen nun vor „Zombie-Firmen“, die nur künstlich am Leben gehalten werden. Finanzaufseher rechnen mit einem massiven Anstieg der faulen Kredite im kommenden Jahr.

Den Kreditversicherern kommt die Atempause bislang zu Gute. Die Schäden in der Warenkreditversicherung steigen in diesem Jahr voraussichtlich nur um 1,5 Prozent auf 436 Millionen Euro. Eine Prognose für 2021 traut sich Langen nicht zu: „Insgesamt sind die wirtschaftlichen Risiken so schwer einzuschätzen wie schon lange nicht mehr“ - auch für die Kreditversicherer.

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    Auch bei Unternehmen wachse die Unsicherheit. „Jeder Lieferant muss sich fragen, ob sein Geschäftspartner tatsächlich noch solvent und stabil ist - oder doch längst insolvent.“ Durch den zweiten Lockdown habe sich die Situation verschärft.

    Um Zahlungsausfälle zu verhindern und die Lieferketten intakt zu halten, hatten die Bundesregierung und die Versicherer im Frühjahr einen 30 Milliarden Euro schweren Schutzschirm aufgespannt. Er war vergangene Woche mit kleinen Änderungen bis Juni 2021 verlängert worden.

    „Kreditversicherungen schaffen Vertrauen und geben Sicherheit, was viele Geschäftsbeziehungen erst möglich macht“, sagte Langen. Die Kreditversicherer treten in diesem Jahr fast zwei Drittel ihrer Beitragseinnahmen an den Staat ab, der dafür den Großteil der Ausfallrisiken trägt. Im Gegenzug sicherten die Versicherer zu, die Deckung trotz der Pandemie weitestgehend aufrechtzuerhalten.

    Sie sichern in diesem Jahr für 46.000 Kunden ein Volumen von 411 Milliarden Euro ab, drei Prozent weniger als 2019. Die Beiträge in der Warenkreditversicherung sinken dabei nach GDV-Daten um fünf Prozent auf 786 Millionen Euro. 

    Mehr: Große Sorge wegen Kreditausfällen: EZB schreibt Brandbrief an Großbanken

    • rtr
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