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VersicherungAllianz setzt sich für die nächsten drei Jahre höhere Ziele

Der Münchener Versicherer will bis 2027 den Gewinn je Aktie jährlich um bis zu neun Prozent steigern. Außerdem kündigt die Allianz an, mehr Gewinn an die Aktionäre zu geben.Susanne Schier 10.12.2024 - 16:17 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Vorstandschef Oliver Bäte: Der Konzern soll in den nächsten drei Jahren weiter wachsen und die Produktivität erhöhen. Foto: Bloomberg

Frankfurt. Die Allianz setzt sich für die nächsten drei Jahre höhere Finanzziele. Der Versicherer will das Ergebnis je Aktie bis 2027 im Schnitt um sieben bis neun Prozent pro Jahr steigern, ausgehend von 25 Euro in diesem Jahr. Zudem will die Allianz eine Eigenkapitalrendite von mindestens 17 Prozent erzielen, nach derzeit etwa 16,5 Prozent. Das gab das Unternehmen beim Kapitalmarkttag am Dienstag bekannt.

Vorstandschef Oliver Bäte nannte als Ziel des neuen Dreijahresplans, „den Erfolg unserer kundenorientierten Strategie in ein noch höheres resilientes und kapitaleffizientes Wachstum für unsere Aktionärinnen und Aktionäre umzusetzen“. Die Allianz habe die wesentlichen Finanzziele für 2024 übertroffen und kommuniziere daher für den nächsten Dreijahreszeitraum ehrgeizigere Vorgaben.

Bäte betonte, dass der Konzern weiter wachsen, die Produktivität verbessern und wirtschaftlich sowie finanziell noch widerstandsfähiger werden wolle. Entwicklungen wie steigende Gesundheitskosten, unzureichend geschützte Immobilien oder der zunehmende Druck auf die staatlichen Renten würden die Nachfrage nach integrierten Schutz- und Vorsorgelösungen erhöhen. Die Allianz sei gut vorbereitet, um davon profitieren zu können.

Allianz präzisiert Vorgaben zu Aktienrückkäufen

Neben den oben genannten Zielen will der Konzern bis 2027 Barmittel von mehr als 27 Milliarden Euro erwirtschaften und Solvenzkapital in Höhe von 24 bis 25 Prozentpunkten generieren. Zudem teilte der Versicherer bereits am Montagabend mit, in den nächsten drei Jahren mindestens drei Viertel des Gewinns an die Aktionäre weitergeben zu wollen. Wie bisher will die Allianz 60 Prozent des Nettogewinns direkt ausschütten. Zusätzlich will der Konzern von 2025 bis 2027 jedes Jahr im Schnitt mindestens 15 Prozent des Gewinns zusätzlich an die Anteilseigner zurückgeben, zum Beispiel über Aktienrückkäufe.

Schon in der Vergangenheit hatte der Konzern wiederholt eigene Aktien zurückgekauft – seit 2017 im Wert von etwa 14 Milliarden Euro. Bisher hatte die Allianz den Investoren hierfür aber keine konkreten Vorgaben an die Hand gegeben. Weiter zulegen soll auch die Aktienrendite, also die Gesamtrendite aus Kursplus und Ausschüttungen. Bäte zufolge zählt die Allianz hier im Konkurrenzvergleich noch nicht zur Spitzenklasse.

Die Finanzziele des vorherigen Strategieplans aus dem Jahr 2021 hat die Allianz laut Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre in weiten Teilen übertroffen. Damals nahm sich der Konzern ein jährliches Gewinnwachstum von fünf bis sieben Prozent vor, zudem eine Eigenkapitalrendite von mehr als 13 Prozent und eine Solvenzquote – ein Maß für die Widerstandsfähigkeit von Versicherern in Extremsituationen – von mehr als 180 Prozent.

Beim operativen Gewinn sei nur die Vermögensverwaltung hinter den Erwartungen geblieben. Die auf Anleihen spezialisierte Tochter Pimco habe anfangs mit dem starken Zinsanstieg zu kämpfen gehabt, erklärte Coste-Lepoutre. Inzwischen habe sich das Umfeld aber verändert, und Pimco entwickele sich stark. Auch in Bezug auf Barmittel und Kapital habe es Zielverfehlungen gegeben, unter anderem wegen der Straf- und Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem inzwischen aufgearbeiteten Hedgefonds-Skandal in den USA.

Die neue Strategie nannte KBW-Analyst William Hawkins in einer ersten Reaktion „eine beruhigende Grundlage, aber kein Feuerwerk“. Die Finanzziele seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Berenberg-Analyst Michael Huttner schrieb, dass Investoren „eine beeindruckende Kombination aus Gewinnwachstum und Kapitalrückflüssen“ bekämen.

Alle drei Segmente sollen weiter wachsen

Zum künftigen Wachstum beitragen soll unter anderem das Geschäft mit Schaden- und Unfallversicherungen, dem die Allianz ein jährliches Umsatzwachstum von sechs bis sieben Prozent und bis zum Jahr 2027 ein operatives Ergebnis von etwa 9,5 Milliarden Euro zutraut. Die Schaden-Kosten-Quote soll bei 92 bis 93 Prozent liegen. Je weiter die Kennzahl unter 100 Prozent liegt, desto profitabler ist das Geschäft.

„Beim Wachstum schauen wir nicht nur auf Volumen, sondern vor allem auch auf Profitabilität“, betonte Bäte. Einen Fokus lege der Konzern daher auf die weitere Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Kunden langfristig zu binden, ist deutlich günstiger, als viel Geld in die Gewinnung neuer Kunden stecken zu müssen, wenn diese dann nur ein Produkt kaufen und den Versicherer schnell wieder wechseln.

Kostenvorteile erhofft sich die Allianz-Vorständin Sirma Boshnakova durch die Weiterentwicklung der IT-Plattformen. Der Spezialist für Reiseversicherungen Allianz Partners, der Direktversicherer Allianz Direct und die im Schadenmanagement tätige Softwarefirma Solvd verfügten über ein starkes Plattformgeschäft, betonte sie. Durch eine Integration dieser Plattformen solle sich der operative Gewinn des Geschäfts bis 2027 verdoppeln. Davon sollen dann auch andere Allianz-Einheiten profitieren.

Nachfrage nach Lebensversicherungen ist hoch

In der Lebens- und Krankenversicherung will die Allianz bis 2027 ein operatives Ergebnis von etwa sechs Milliarden Euro und eine Neugeschäftsmarge von mindestens fünf Prozent erzielen. Der Vermögensverwaltung traut der Konzern ein operatives Ergebnis von etwa vier Milliarden Euro zu. Die verwalteten Kundengelder sollen bis 2027 im Schnitt um etwa acht Prozent pro Jahr wachsen.

Beide Geschäftsbereiche sollen künftig enger zusammenarbeiten. Zuletzt setzte die Allianz in der Lebensversicherung bereits verstärkt auf Rückversicherungslösungen, die dem Konzern mehr Flexibilität beim Kapitaleinsatz geben. Die Firma Sconset Re, an der die Allianz beteiligt ist, soll hier neue Möglichkeiten bieten.

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Oliver Bäte

Die Analysten erhofften sich beim Kapitalmarkttag auch Hinweise, wie es mit der Tochter Allianz Global Investors weitergeht. Gespräche über einen Zusammenschluss mit dem größeren Rivalen Amundi liegen derzeit auf Eis. Allianz-Vorstand Andreas Wimmer betonte, dass man weiterhin offen für strategische Partnerschaften sei, sofern sie auch kulturell passen. Zugleich hob er hervor, wie wichtig das Fondshaus für die Anlage von Kundengeldern aus dem deutschen Lebensversicherungsgeschäft sei.

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