Versicherung: Ergo will in Nordeuropa wachsen und schließt Töchter zusammen
Frankfurt. Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Ergo will seine Marktpräsenz in Nordeuropa ausbauen und sieht vor allem in Dänemark, Norwegen und Schweden weiteres Wachstumspotenzial. Deshalb schließt das Unternehmen seine beiden lokalen Töchter zusammen – den dänischen Reiseversicherer Europæiske Rejseforsikring und den norwegischen Krankenversicherer Ergo Forsikring. Ab diesem Dienstag werden die beiden Gesellschaften unter dem Namen Ergo Forsikring fortgeführt, teilte der Versicherer mit.
Der Zusammenschluss ist ein weiterer Versuch, das Wachstum im Ausland zu beschleunigen. „Während Ergo in den vergangenen Jahren stark darauf konzentriert war, das Geschäft im Heimatmarkt profitabel aufzustellen, wollen wir nun die Auslandsexpansion vorantreiben“, hatte Ergo-Chef Markus Rieß vor Kurzem im Handelsblatt-Gespräch angekündigt. Im März gab der Konzern bereits bekannt, den US-Digitalversicherer Next Insurance komplett zu übernehmen. Ergo hält den amerikanischen Versicherungsmarkt unabhängig von den aktuellen politischen Entwicklungen für attraktiv.
Nun soll auch das Geschäft in Skandinavien weiterwachsen. Theo Kokkalas, Chef von Ergo International, erklärt: „Unsere Ambition ist es, uns in allen Ländern, in denen wir tätig sind, unter den fünf führenden Versicherungsunternehmen zu etablieren.“ Durch den Zusammenschluss auf dem dortigen Markt erhoffe sich Ergo „erhebliche Wachstumschancen und Synergiepotenziale in der nordischen Region“, etwa durch die Nutzung gemeinsamer Vertriebsnetzwerke und die bestehenden Geschäftsbeziehungen beider Gesellschaften.
Übernahme von Ergo Forsikring schloss der Konzern 2024 ab
Allen Kunden von Ergo Forsikring sollen künftig sowohl Kranken- also auch Reiseversicherungen angeboten werden. Auch externes Wachstum durch Übernahmen sei denkbar, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Daneben ist ein Eintritt der dänischen und der norwegischen Gesellschaft in den jeweils anderen Markt geplant. Nur in Schweden sind schon beide Gesellschaften vertreten.
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte das Vorgängerunternehmen Ergo Forsikring Bruttobeiträge in Höhe von rund 118 Millionen Euro. Die vollständige Übernahme des Krankenversicherers, der zuvor ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem norwegischen Finanzdienstleister Storebrand war, hatte Ergo International erst im vergangenen Jahr abgeschlossen. Der Reiseversicherer Europæiske Rejseforsikring kam 2024 auf Bruttobeiträge von etwa 44 Millionen Euro.
Ergo International trägt mit gut sechs Milliarden Euro etwa 29 Prozent zum Versicherungsumsatz der Ergo-Gruppe bei. Das Konzernergebnis des internationalen Geschäfts betrug im vergangenen Jahr 301 Millionen Euro. Kernmärkte in Europa sind bislang vor allem das Baltikum, Belgien, Griechenland, Österreich, Polen und Spanien.
Auch andere deutsche Versicherer setzen auf eine Expansion in Skandinavien. Der Rechtsschutzversicherer Arag, der bereits in Norwegen, Schweden und Dänemark aktiv ist, ist in diesem Jahr auch in Finnland gestartet.