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VersicherungSignal Iduna schreibt gut 200 Millionen auf Signa-Engagement ab

Aus Signa-Genussscheinen im Volumen von 50 Millionen Euro erwartet der Versicherer keine Rückzahlung mehr. Signal Idunas Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr fallen dennoch positiv aus.Susanne Schier 04.06.2024 - 17:27 Uhr
Ulrich Leitermann: Mit der Geschäftsentwicklung zeigte sich der Signal-Iduna-Chef zufrieden. Foto: Handelsblatt

Frankfurt. Der Versicherer Signal Iduna hat sein Engagement bei der insolventen Immobiliengruppe Signa um mehr als 200 Millionen Euro abgeschrieben. Den Wert der Genussscheine im Volumen von 50 Millionen Euro setzte der Versicherer dabei auf null. „Hieraus erwarten wir keine Rückzahlungen mehr“, sagte der für Finanzen und Beteiligungen zuständige Vorstand Martin Berger am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz.

Genussscheine sind eigenkapitalähnliche Instrumente, die im Insolvenzfall gegenüber anderen Verbindlichkeiten wie etwa Anleihen nachrangig behandelt werden. Auch andere deutsche Versicherer wie R+V, LVM und Continentale hatten in Genussscheine von Signa-Gesellschaften investiert.

Daneben nahm Signal Iduna Wertberichtigungen auf erstrangige Anleihen in Höhe von 108 Millionen Euro vor. Die Versicherung habe diese auf einen Wert von 30 Prozent reduziert, sagte Berger. Zudem habe sie auf einzelne kleinere Projektfinanzierungen rund 70 Millionen Euro abgeschrieben. Wie viel Geld hier noch zurückkomme, hänge vom Verwertungsprozess ab, sagte Berger: „Wir sind bestrebt, das eine oder andere Projekt herauszukaufen und selbst weiterzuführen.“

Immobilien waren in der lang anhaltenden Niedrigzinsphase ein wichtiger Baustein der Kapitalanlagestrategie von Signal Iduna. Von den Kapitalanlagen in Höhe von insgesamt 55 Milliarden Euro entfallen acht Milliarden auf Hypotheken. Davon stecken etwa sechs Milliarden Euro in Immobilien, der Rest ist in Pfandbriefe und ähnliche Anlagen investiert.

Laut früheren Medienberichten lag das Signa-Engagement von Signal Iduna bei über 900 Millionen Euro. Viele der Immobilien-Investments seien grundpfandrechtlich besichert, betonte Berger: „Hieraus erwarten wir keinerlei Verluste, sondern dass wir im Jahresverlauf die Gelder, die wir ausgeliehen haben, zurückbekommen.“

Signal-Iduna-Chef setzt auf Fertigstellung des Elbtowers

Signal-Iduna-Chef Ulrich Leitermann gab sich außerdem zuversichtlich, dass der Elbtower in Hamburg – der Versicherer zählt hier zu den Kreditgebern – noch fertiggebaut werde. „Wir sind sehr optimistisch, dass eine Investorengruppe gefunden wird. Wir planen derzeit nicht dazuzugehören“, sagte Berger. Man finanziere aber die Sicherungsmaßnahmen für den Elbtower und habe einen sogenannten Massekredit gegeben.

Dieses Jahr werde das Signa-Engagement die Rendite des Versicherers mit 0,2 Prozentpunkten belasten, sagte Berger weiter. Signal Iduna habe in der Krankenversicherung eine laufende Bruttorendite von 3,3 Prozent – also eine Nettorendite von 3,1 Prozent. „Über den gesamten Zeitraum betrachtet haben unsere Versicherten mehr mit Signa verdient, als wir jetzt an Korrekturen haben“, betonte er.

Mit der gesamten Geschäftsentwicklung von Signal Iduna zeigte sich Vorstandschef Leitermann zudem sehr zufrieden. Die Beitragseinnahmen stiegen 2023 um 2,8 Prozent auf 6,65 Milliarden Euro. Auch der Start ins neue Jahr verlief positiv mit einem Beitragswachstum von 6,2 Prozent im ersten Quartal.

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Das Gesamtergebnis stieg im vergangenen Jahr sogar um 41,7 Prozent auf 823,6 Millionen Euro. Ein Grund ist der starke Anstieg der Nettoerträge aus Kapitalanlagen um 17 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Signal Iduna profitierte hier von den höheren Zinsen.

Im Kundenservice war es allerdings in der Krankenversicherung zuletzt zu langen Bearbeitungszeiten gekommen. Entgegenwirken will der Versicherer mit mehr Personal. So versucht Signal Iduna verstärkt, ältere Beschäftigte zu bewegen, länger im Unternehmen zu bleiben, und ehemalige Mitarbeiter aus dem Ruhestand zurückzuholen. Daneben treibt der Versicherer die Automatisierung mithilfe von Künstlicher Intelligenz voran.

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