Zahlungsdienstleister: Weitere Unregelmäßigkeiten bei Singapur-Tochter von Wirecard
Fraglich ist jedoch, ob Wirecard nicht von sich aus die Anleger über das verweigerte Testat in Singapur hätte informieren müssen.
Foto: ReutersFrankfurt, Bangkok. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) haben der Singapurtochter des Zahlungsdienstleisters Wirecard, Wirecard Singapore Pte. Ltd., das Testat für die Richtigkeit der Jahresbilanz 2017 verweigert. Das zeigen Dokumente im Register der singapurischen Finanzaufsicht Acra. 2017 ist das letzte geprüfte Jahr des Wirecard-Ablegers im asiatischen Stadtstaat.
Es sind harsche Worte, die die Prüfer wählen: „Wir können weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen, noch können wir den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die in Bezug auf den Jahresabschluss der Gesellschaft erforderlich sein könnten.“
Die Aktie des Dax-Konzerns aus Aschheim bei München geriet nach Bekanntwerden des Handelsblatt-Berichts stark unter Druck: Am Mittwoch notierte das Papier zum Handelsstart in Frankfurt rund 5,7 Prozent im Minus.
Die Wirecard Singapore Pte. Ltd. ist keine unbedeutende Konzerntochter. Wie aus dem Abschluss hervorgeht, hat sie 2017 Umsätze von knapp 40 Millionen Dollar erzielt, nach knapp 57 Millionen Dollar im Vorjahr. Wichtiger ist jedoch die Bedeutung für den Gesamtkonzern: Singapur ist der zentrale Standort, von dem aus der Zahlungsdienstleister seine Expansion in Asien organisiert.