Bilanzskandal: Wirecards „Mr. Teflon“ – Wie Ex-Finanzchef Burkhard Ley das Finanzressort steuerte
Der ehemalige Wirecard-Finanzvorstand ist seit November wieder auf freiem Fuß.
Foto: WirecardBerlin, Düsseldorf, Frankfurt. Zwölf Jahre lang war Burkhard Ley Vorstand von Wirecard. Der Herr der Finanzen galt nach außen für viele als seriöser Anker der Führungsmannschaft. Er war nicht wachstumsbesessen wie Vorstandschef Markus Braun, nicht schillernd wie Asienchef Jan Marsalek. Zwar kam auch Ley unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters im Sommer letzten Jahres in Untersuchungshaft wie Braun. Doch Anfang November durfte er seine Zelle schon wieder verlassen.
Ley sei „nur bis Ende 2017 an möglichen Taten beteiligt“ gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Wesentlicher Schaden sei erst nach seinem Ausscheiden als Vorstand entstanden. Auch sein Anwalt Norbert Scharf wiederholt immer wieder, Ley sei eine ganz andere Sorte Mensch.
Dieses Bild bekommt zusehends Risse. Dem Handelsblatt liegen Dokumente vor, die Ley als Mitwisser, mitunter sogar als Treiber von Geschäften identifizieren, die mutmaßlich hohen finanziellen Schaden verursachten. Besonders aktiv war Ley demnach ausgerechnet dort, wo die Staatsanwaltschaft das Zentrum des milliardenschweren Bilanzbetrugs vermutet, der am Ende zum Kollaps von Wirecard führte: in Asien.