1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Klarna will so unter anderem die Vorleistung für Händler beim Rechnungskauf finanzieren

FintechKlarna lockt deutsche Sparer mit hohen Zinsen

Das wertvollste europäische Start-up ist längst mehr als nur ein Bezahldienst. Neuerdings bietet Klarna auch hohe Festgeldzinsen über seine App.Elisabeth Atzler 27.01.2022 - 17:02 Uhr Artikel anhören

Das schwedische Fintech Klarna bietet unter anderem den Kauf auf Rechnung und auf Raten an – und neuerdings auch hohe Festgeldzinsen in der App.

Foto: Getty Images

Frankfurt. Das schwedische Finanz-Start-up (Fintech) Klarna ist vor allem bekannt als Online-Bezahlmethode und „Shopping-App“, über die sich gleich die gesamten Interneteinkäufe verwalten lassen. Das Angebot ähnelt sogar zusehends einem Onlinemarktplatz wie Amazon.

Damit ist das Unternehmen angesichts des boomenden E-Commerce rasant gewachsen. Auf rund 45,6 Milliarden Dollar (40,4 Milliarden Euro) wird Klarnas Wert inzwischen taxiert – der Spitzenplatz unter den europäischen Start-ups.

Nun startet das Fintech ein eigenes Festgeldangebot – mit Zinssätzen, die deutlich über dem Marktschnitt liegen. Für Festgeld mit einer Laufzeit von 48 Monaten zahlt Klarna 1,15 Prozent jährlich, für zwölf Monate sind es 0,5 Prozent. In der Übersicht der FMH-Finanzberatung für Direktangebote steht Klarna nun ganz oben.

Bedingung dafür allerdings: Kundinnen und Kunden müssen ein Klarna-Girokonto haben. Wie viele Girokonten das Unternehmen in Deutschland führt, gibt Klarna nicht preis. Vor knapp einem Jahr hat Klarna das Konto in Deutschland gestartet.

Seit 2020 bereits bietet Klarna für Festgeld relativ hohe Zinssätze. Dabei kooperiert das Fintech mit der Direktbank SWK. Neue Verträge gibt es aber nicht mehr. Inzwischen nutzt Klarna die eigene Banklizenz. Mit dem neuen Angebot legt Klarna in Deutschland los, schrittweise soll es auch in anderen Märkten kommen, wie Klarna auf Anfrage erklärt.

Klarna könnte es gelingen, durch den hohen Festgeld-Zinssatz die Zahl der Girokonten deutlich zu steigern. Zudem hat Klarna unter anderem ein wachsendes Interesse an eigenen Einlagen, weil das Start-up selbst zunehmend zumindest kurzfristige Finanzierungen ausreicht. So sieht Klarna das neue Festgeldkonto als „eine weitere Einnahmequelle für unser starkes Wachstum“ bei Bezahlmethoden, bei denen die Verbraucher erst mit Verzögerung bezahlen, im Fachjargon „Buy now, pay later“ (BNPL).

Dabei geht es Klarna zufolge vornehmlich um Rechnungszahlung. Klarna tritt in Vorleistung für Händler, die die Kaufsumme gleich erhalten und nicht erst, wenn der Verbraucher gezahlt hat. Das könne man mit zusätzlichen Einlagen decken, so Klarna. „Die Einlagen des neuen Festgeldkontos decken aber nicht nur diesen Bereich ab, sondern auch unser generelles starkes Wachstum im Produktbereich und in Hinblick auf internationale Expansion und neue Märkte.“

Warnungen vor Risiken bei „BNPL“-Angeboten

Die Möglichkeit, beim Onlineshopping erst später zu bezahlen, wird zusehends populärer. Beim Rechnungskauf, der in Deutschland seit Langem weit verbreitet ist, in einigen anderen Ländern gerade einen Aufschwung erlebt, müssen Verbraucher und Verbraucherinnen meist binnen zwei Wochen bezahlen. Teils wird nach Ablauf der Frist angeboten, die Summe in Raten zu zahlen.

Klarna zählt zu den großen Anbietern von Ratenkauf beim Onlineshopping. Aber auch Amazon, der US-Onlinebezahldienst Paypal sowie etliche Banken haben den Kauf auf Raten im Angebot.

Die britische Finanzaufsicht FCA hat das starke Wachstum von BNPL-Zahlungsangeboten bereits auf den Plan gerufen. Sie fürchtet, dass Verbraucher Gefahr laufen, sich schneller zu verschulden. Auch die deutsche Aufsichtsbehörde Bafin äußerte sich aus den gleichen Gründen im Sommer erstmals kritisch zu Ratenkrediten beim Onlineshopping.

Verwandte Themen
Einzelhandel
Fintech

Die Bafin empfiehlt Verbrauchern, auch beim kreditfinanzierten Onlineshopping innerhalb der eigenen finanziellen Möglichkeiten zu bleiben. Zudem sollte man Finanzierungsangebote vergleichen. Sie verweist weiter darauf, dass bei kleineren Summen der sonst übliche darlehensrechtliche Verbraucherschutz wie eine verpflichtende Kreditprüfung entfällt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt