Frankreich: Inflationsrate fällt in mehreren EU-Staaten zurück
Die Inflation in Frankreich befindet sich auf dem Rückgang.
Foto: dpaParis. Nach niedrigeren Inflationsraten in Deutschland und Spanien gehen in mehreren europäischen Ländern die Teuerungsraten zurück. Wie das französische Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte, fiel die Teuerungsrate im März auf 5,6 von 6,3 Prozent im Februar. In Deutschland war sie im März auf 7,4 von 8,7 Prozent gefallen. Und in Spanien wurde mit 3,3 Prozent sogar die niedrigste Rate seit August 2021 erreicht. Noch im Februar lag sie in dem Mittelmeerland bei 6,0 Prozent.
Auch in Polen ist der Preisauftrieb im März leicht zurückgegangen, bleibt aber auf hohem Niveau. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,2 Prozent, wie die zentrale Statistikbehörde in einer ersten Prognose am Freitag in Warschau mitteilte. Im Februar hatte die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 18,4 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise im März um 1,1 Prozent.
Besonders angezogen haben die Kosten für Energieträger: Hierfür mussten die Verbraucher 26 Prozent mehr ausgeben als im März vergangenen Jahres. Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 24 Prozent.
Analysten der ING Bank Slaski gehen davon aus, dass die Inflationsrate in dem EU-Land in den kommenden Monaten zurückgeht und gegen Ende des Jahres einstellige Werte erreichen wird.
In Italien ist die allgemeine Teuerung im März ebenso deutlich gefallen. Die nach europäischen Standards erhobene Inflationsrate (HVPI) ging von 9,8 Prozent im Vormonat auf 8,2 Prozent zurück, wie das Statistikamt Istat am Freitag mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit 8,8 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent.
Die Kernteuerung ohne Energie und Nahrungsmittel stieg an. Nach nationaler Rechnung erhöhte sie sich von 6,3 auf 6,4 Prozent. Während Energie deutlich günstiger war, erhöhten sich die Preise verschiedener Dienstleistungen. Ökonomen erklären die Entwicklung auch mit Zweitrundeneffekten aufgrund deutlich steigender Löhne und Gehälter.
Der deutlich abflauende Preisdruck in den volkswirtschaftlichen Schwergewichten der Euro-Zone gilt als gutes Vorzeichen für die Entwicklung im gesamten Währungsraum. Am späten Freitagvormittag bestätigt sich diese gute Vorhersage: Die Inflation im Euro-Raum stieg im März noch um 6,9 Prozent, im Vergleich mit 8,5 Prozent im Februar.
Beim Nachlassen des Preisdrucks spielt ein sogenannter Basiseffekt mit Blick auf die Energiepreise eine wichtige Rolle: Nach der russischen Invasion in der Ukraine waren diese im März 2022 sprunghaft gestiegen, was sich in einer deutlich erhöhten Inflationsrate niedergeschlagen hat. Seit März bildet nun das erhöhte Preisniveau die Basis für die Berechnung der Teuerung, was die Rate nach unten drückt.