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GeldpolitikBank of England hält an Zinspause fest

Der Leitzins in Großbritannien bleibt bei 5,25 Prozent. Die Notenbank kündigt eine längere Hochzinsphase an.Torsten Riecke 02.11.2023 - 13:55 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Von ihrem Inflationszielwert in Höhe von zwei Prozent ist die Notenbank noch weit entfernt.

Foto: Reuters

London. Die Bank of England (BoE) hat am Donnerstag ihre Zinspause verlängert. Zudem kündigte die Zentralbank an, die Zinsen längere Zeit auf hohem Niveau zu halten.

Die britischen Notenbanker ließen die Leitzinsen wie schon im September unverändert bei 5,25 Prozent. Sie folgten damit dem Beispiel der amerikanischen Federal Reserve (Fed), die am Mittwoch ihrerseits den dortigen Zinssatz zwischen 5,25 und 5,5 Prozent konstant gehalten hatte. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre Zinsen zuletzt nicht weiter angehoben. 

Die Entscheidung der Bank of England fiel mit einer deutlichen Mehrheit von sechs Stimmen. Eine Minderheit von drei Zentralbanker votierte dafür, die Zinsen weiter um 25 Basispunkte anzuheben. Die Bank of England hatte mit den Zinserhöhungen im Dezember 2021 begonnen und seitdem die Kreditkosten für die Wirtschaft sukzessive erhöht. 

Davon sei jedoch bislang erst etwa die Hälfte bei Verbrauchern und Unternehmen angekommen, heißt es in dem Statement der britischen Notenbanker. Das trifft insbesondere mehr als zwei Millionen Hypothekennehmer in Großbritannien, die bis Ende nächsten Jahres ihre Hauskredite umschulden und dabei zusätzliche Kreditkosten von umgerechnet mehr als 300 Euro pro Monat in Kauf nehmen müssen. 

Grund für den Zinsschub war, dass die Inflationsrate in Großbritannien lange Zeit zweistellig war und erst im September deutlich auf 6,7 Prozent sank. Die BoE rechnet jetzt damit, dass sie ihr Inflationsziel von zwei Prozent, bei dem sie Preisstabilität sieht, bis Ende 2025 wieder erreichen wird. Bereits in dem gerade zu Ende gegangenen Oktober werde die Preissteigerungsrate unter fünf Prozent fallen, sagte BoE-Chef Andrew Bailey voraus. Die Notenbank warnt aber zugleich, dass der Kampf gegen den Preisauftrieb nicht gewonnen sei. „Es wird erwartet, dass die Zweitrundeneffekte bei den inländischen Preisen und Löhnen länger brauchen, um sich zu verflüchtigen“, schreiben die britischen Notenbanker.

BoE erteilt schnellen Zinssenkungen eine Absage

Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten bestünden auch Aufwärtsrisiken für die Inflation durch höhere Energiepreise. Insofern müsse die Geldpolitik wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum hinweg restriktiv sein. Es sei viel zu früh, um über Zinssenkungen nachzudenken, sagte Bailey. 

Das sind schlechte Nachrichten für die britische Regierung, die darauf hofft, vor den voraussichtlich im nächsten Jahr stattfindenden Parlamentswahlen eine Rezession der Wirtschaft noch abzuwenden. Die Notenbanker rechnen jetzt damit, dass die britische Wirtschaft im dritten Quartal des laufenden Jahres stagnieren werde und erwarten ein Miniplus von 0,1 Prozent im Schlussquartal. Die BoE gibt einer Rezession in Großbritannien die Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. 

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