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Geldpolitik Die US-Notenbank Fed wird die Märkte weiter unterstützen

Die US-Notenbank wird am Mittwoch aller Voraussicht nach nichts beschließen. Das bedeutet aber: Die Märkte bekommen weiter angenehmen Rückenwind.
28.01.2020 - 18:08 Uhr Kommentieren
Der Chef der US-Notenbank ist vorsichtig geworden. Quelle: dpa
Fed-Präsident Jerome Powell

Der Chef der US-Notenbank ist vorsichtig geworden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Kapitalmärkte sind wegen des Coronavirus nervös geworden und können daher jede Unterstützung gebrauchen. Die US-Notenbank (Fed) wird sie ihnen voraussichtlich auch nach ihrer Sitzung an diesem Mittwoch weiter gewähren.

Der Ökonom Ebrahim Rahbari von der Citigroup erwartet eine Bestätigung durch Fed-Chef Jerome Powell, dass die monatlichen Käufe von kurzfristigen US-Staatspapieren im Volumen von jeweils 60 Milliarden Dollar bis mindestens ins zweite Quartal hinein weiterlaufen.

Die Fed hatte diese Käufe im Oktober gestartet, weil es zuvor einige überraschende Engpässe im Geldmarkt gegeben hatte. Anders als bei früheren Kaufprogrammen geht es nur darum, ausreichend Liquidität in den Markt zu pumpen. Die Käufe sind nicht geldpolitisch motiviert und sollen die langfristigen Zinsen nicht beeinflussen, deswegen kauft die Notenbank diesmal kurzfristige Papiere.

Viele Experten, etwa der bekannte US-Ökonom Mohamed El-Erian, sehen aber einen Zusammenhang zwischen diesen Liquiditätsspritzen und den bis vor Kurzem immer weiter gestiegenen Aktienkursen.

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    Rahbari erwartet keine Veränderung der Leitzinsen, die zurzeit als Spanne zwischen 1,5 und 1,75 Prozent definiert sind, nachdem sie 2019 dreimal gesenkt wurden. Michael Feroli von JP Morgan sieht ebenfalls keine Zinsänderung voraus. Die Fed werde voraussichtlich die momentane Geldpolitik als „angemessen“ bezeichnen, schreibt er in einer Vorschau.

    Hinter der ruhigen Fassade der Fed gibt es allerdings einige langfristig interessante Entwicklungen. So hat US-Präsident Donald Trump offiziell Judy Shelton und Christopher Waller als neue Fed-Gouverneure vorgeschlagen.

    Dabei gilt Waller, der Vizepräsident der regionalen Fed in St. Louis, als seriöser Ökonom, aber auch als „Taube“, als Anhänger einer weichen Geldpolitik. Shelton dagegen hatte sich früher für die Einführung eines Gold-Standards eingesetzt, ist zuletzt aber auf Trumps Linie niedriger Zinsen eingeschwenkt.

    Die Ernennung der beiden, die sich noch bis nach den US-Wahlen im Herbst hinziehen dürfte, könnte daher für eine noch etwas weichere Geldpolitik und eine engere Anbindung der Fed an Trump führen, sofern der im Herbst wiedergewählt werden sollte.

    Auch die Fed debattiert über Strategie

    Ein weiteres Thema ist die Strategiedebatte der Fed. Anders als bei der Europäischen Zentralbank (EZB), die gerade eine solche Diskussion startet, ist sie in den USA weitgehend abgeschlossen. Allerdings werden die Ergebnisse laut Rahbari voraussichtlich erst gegen Ende des ersten Halbjahrs veröffentlicht.

    Er erwartet, dass die Fed ihr Inflationsziel von zwei Prozent künftig flexibler gestaltet, sodass auf eine Periode zu niedriger Preissteigerung eine Zeit lang eine höhere Prozentzahl toleriert würde. Außerdem könnte die Fed betonen, dass sie Anleihekäufe, die geldpolitisch nötig werden, „zeitnah und aggressiv“ durchführen will. Auch das würde einer etwas weicheren Geldpolitik gleichkommen.

    Das „Wall Street Journal“ brachte vor Kurzem auch eine mögliche „Deckelung“ für langfristige Renditen als mögliches Instrument ins Gespräch. Das würde bedeuten, dass die Fed sich darauf festlegt, die Renditen durch Anleihekäufe auf einen angekündigten Wert zu begrenzen; ein ähnliches Konzept verfolgt bereits die japanische Notenbank. Anders als in Europa sind in den USA aber negative Leitzinsen bisher praktisch kein Thema.

    Die EZB wird ihr Inflationsziel ebenfalls überarbeiten. Viele Experten erwarten, dass es künftig einfach „zwei Prozent“ lautet statt bisher „unter, aber nahe an zwei Prozent“.

    Mehr: Pimco-Chefökonom Joachim Fels warnt Anleger: In den USA könnte es zu negativen Renditen kommen. Andere Strategen bleiben positiv für US-Aktien.

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