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GeldpolitikNagel will EZB-Anleiheberg abbauen: „Passt nicht“ zur Straffung

Der Bundesbankpräsident erneuert seine Forderung nach einem baldigen Abbau des EZB-Wertpapierbergs. Die Reinvestitionspolitik bremse die Entwicklung der Anleiherenditen tendenziell. 11.11.2022 - 15:23 Uhr Artikel anhören

Der Bundesbankpräsident prognostiziert für das Jahr 2023 eine durchschnittliche Inflationsrate über der Marke von sieben Prozent.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank muss laut Bundesbankpräsident Joachim Nagel weitere klare Schritte zur Inflationseindämmung unternehmen, dabei aber auch die Dynamik der Marktzinsen am kurzen und langen Ende des Laufzeitenspektrums im Auge behalten.

Bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs Karlsruhe erneuerte Nagel am Donnerstag seine Forderung nach baldigem Abbau des fast fünf Billionen Euro schweren EZB-Wertpapierbergs. „Noch immer werden auslaufende Anleihen sowohl im Rahmen des PEPP als auch des APP wieder ersetzt“, gab er zu bedenken.

Im Zuge steigender Leitzinsen dränge sich zunehmend die Frage auf, warum durch die Reinvestitionspolitik die Entwicklung der Anleiherenditen im Euroraum „tendenziell gebremst“ werde. „Ich finde, es passt nicht zusammen, die Zinsen am kurzen Marktende in die eine Richtung zu bewegen und jene für längere Laufzeiten in die andere Richtung zu beeinflussen“, führte Nagel aus, der unter den EZB-Ratsmitgliedern zu den Falken gehört.

„Wenn man zwei Instrumente zur geldpolitischen Normalisierung zur Hand hat, leuchtet es nicht ein, nur eines davon zu nutzen.“ EZB-Direktorin Isabel Schnabel erklärte am Donnerstag, die EZB werde – um die Inflation unter Kontrolle zu bekommen – die Zinsen womöglich auf ein Niveau erhöhen müssen, das die Konjunktur bremst. Ähnlich äußerten sich auch der slowenische Zentralbankchef Bostjan Vasle und sein slowakischer Amtskollege Peter Kazimir.

Nagel prognostizierte, dass die Inflation in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich durchschnittlich oberhalb von 8,5 Prozent liegen werde und im Jahr 2023 über der Marke von sieben Prozent. Er geht zudem von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukt sowohl in diesem Quartal als auch in den ersten drei Monaten des nächsten Jahres aus.

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