Österreichs Notenbankchef: „Müssen den Pfad der Zinserhöhungen fortsetzen“
Der österreichische Währungshüter verweist besonders auf die steigende Kerninflation im Euro-Raum.
Foto: ReutersFrankfurt. Am Wochenende versicherte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, dass „wir alles tun werden, was nötig ist, um die Inflation auf zwei Prozent zurückzubringen“. Im Interview mit dem Handelsblatt macht der Gouverneur der Oesterreichischen Notenbank, Robert Holzmann, klar, was das bedeuten könnte. Holzmann erwartet nur einen sehr langsamen Rückgang des Preisdrucks im Euro-Raum.
Aus diesem Grund spricht sich das EZB-Ratsmitglied für weitere deutliche Zinsschritte aus. Er fordert, das Zinsniveau bei den nächsten vier Sitzungen um jeweils 50 Basispunkte anzuheben. Aktuell liegt der Leitzins im Euro-Raum bei drei Prozent, der Einlagenzins beträgt 2,5 Prozent.
Erst ab einem Einlagenzins von vier Prozent würde man ein restriktives Zinsniveau erreichen, bei dem die Wirtschaft gebremst wird, glaubt Holzmann. „Wenn wir die Inflation auf absehbare Zeit wieder auf zwei Prozent bringen wollen, müssen wir restriktiv vorgehen.“ Der nächste Zinsentscheid steht am 16. März an.
Holzmann, der als strenger Befürworter einer strikten geldpolitischen Linie gilt, stellt außerdem einen schnelleren Bilanzabbau der EZB zur Debatte. „Wir haben eine sehr große Bilanzsumme. Und um diese auf einen vernünftigen Wert abzuschmelzen, müssen wir wahrscheinlich etwas aggressiver sein“, sagt der Notenbanker.