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US-KonjunkturUS-Unternehmen schaffen deutlich mehr Jobs als erwartet

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im September viel stärker entwickelt, als von Experten erwartet worden war. Die Märkte reagieren positiv: Die US-Indizes steigen und der Dollar legt zu.Felix Stippler, Astrid Dörner 04.10.2024 - 22:38 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Ein Arbeiter in Miami: Die Arbeitslosigkeit in den USA ist zurückgegangen. Foto: dpa

Düsseldorf, New York. Überraschend starke Arbeitsmarktdaten haben am Freitag für Erleichterung an den Börsen gesorgt und Zinshändler dazu gezwungen, ihre Erwartungen an den weiteren geldpolitischen Kurs der Notenbank Federal Reserve (Fed) deutlich anzupassen.

Außerhalb der Landwirtschaft kamen 254.000 neue Jobs in der US-Wirtschaft hinzu, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktbericht  hervorgeht. Ökonomen hatten im Vorfeld erwartet, dass im vergangenen Monat lediglich 144.000 neue Stellen entstehen würden. Die aktuellen Zahlen liegen damit weit über den Erwartungen und gleichzeitig über jenen des Vormonats. Die Arbeitslosenquote fiel im September auf 4,1 Prozent, nach 4,2 Prozent im August.

Investoren reagierten zunächst mit Erleichterung auf die Daten. Schließlich waren die Arbeitsmarktdaten aus den vergangenen zwei Monaten vergleichsweise schwach ausgefallen. Fed-Chef Jerome Powell hatte bei seiner Pressekonferenz Mitte September betont, dass die Geldpolitiker den Arbeitsmarkt besonders genau im Auge behalten würden, weil sie verhindern wollten, dass er sich rapide abschwäche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag 0,8 Prozent fester bei 42.353 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,9 Prozent auf 5751 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,2 Prozent auf 18.138 Zähler. Im Wochenverlauf stieg der S&P 500 um 0,2 Prozent. Die Nasdaq und der Dow legten je um etwa 0,1 Prozent zu.

Der Dax stieg nach Veröffentlichung der Zahlen bis auf 19.172 Punkte und notierte nach Eröffnung der Wall Street noch 0,4 Prozent höher bei 19.099 Punkten. Geschlossen hat der deutsche Leitindex bei 19.120 Punkten. Zur Wochenmitte hatte noch der Konflikt im Nahen Osten die Kurse belastet.

Fed-Chef Jerome Powell: Am 7. November entscheidet die US-Notenbank erneut über ihren weiteren Kurs. Foto: REUTERS

Die neuen Daten vom Jobmarkt „sollten alle noch bestehenden Befürchtungen über den Zustand der US-Wirtschaft zerstreuen“, betonte Matthew Ryan, Marktstratege beim Finanzdienstleister Ebury. Die größte Volkswirtschaft der Welt wachse nicht nur solide, sondern „schafft auch weiterhin in hohem Maße Arbeitsplätze“.

Das führte indes auch dazu, dass Zinshändler ihre Erwartungen an die weitere Zinspolitik der Fed neu justieren mussten. Vor einer Woche waren sie mehrheitlich noch davon ausgegangen, dass die Fed die Zinsen im November erneut um einen halben Prozentpunkt senken würde. Das ist nun jedoch kaum noch haltbar. Die Wahrscheinlichkeit für eine reguläre Zinssenkung von einem Viertelprozentpunkt schoss am Freitag auf 96,5 Prozent nach oben.

Der Dollar-Index notierte nach dem Jobbericht 0,6 Prozent fester bei 102,49 Punkten. Der Euro verlor im Gegenzug 0,5 Prozent auf 1,0976 Dollar. Die Rendite der viel beachteten zehnjährigen US-Staatsanleihen erhöhte sich deutlich und notierte gegen Mittag in New York bei knapp unter vier Prozent.

Für die US-Notenbank sind die Arbeitsmarktdaten ein wichtiger Indikator für ihre weitere Zinspolitik. Denn im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) verfolgt die Fed ein duales Ziel: Sie muss sowohl Preisstabilität als auch Vollbeschäftigung sichern. Dass sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten so stark abgeschwächt hat, war ein Grund für die überraschend starke Zinssenkung der Fed im September. Der Leitzins der Fed liegt derzeit in der Spanne von 4,75 bis 5,00 Prozent.

Die US-Notenbanker entscheiden am 7. November das nächste Mal über ihren weiteren Kurs.

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Fed-Chef Jerome Powell signalisierte am Montag zwei weitere Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte in diesem Jahr. Ähnlich äußerte sich Loretta Mester, die frühere Chefin der regionalen Notenbank in Cleveland. Sie hält graduelle Zinsschritte für die richtige Strategie, sagte sie im US-Börsensender CNBC.

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