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VerbraucherpreiseInflationsrate steigt auf höchsten Stand seit 1951

Die Energiepreise bleiben der stärkste Preistreiber. Auch die Lebensmittelpreise steigen deutlich. Verbraucher müssen sich auf weitere Preiserhöhungen einstellen. 11.11.2022 - 14:11 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Speiseöle und -fette sind im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 50 Prozent teurer geworden.

Foto: dpa

Berlin. Angetrieben von hohen Energie- und Lebensmittelpreisen ist die die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit 1951 geklettert. Waren und Dienstleistungen kosteten im Oktober durchschnittlich 10,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung bestätigte. Im September hatte die Teuerungsrate noch bei 10,0 Prozent gelegen. Experten rechnen vorerst nicht mit einem nachhaltigen Rückgang. Einstellige Teuerungsraten erwarten sie erst ab Frühjahr 2023.

„Im November ist mit weiter hohen Inflationsraten oberhalb von zehn Prozent zu rechnen“, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien.

Die Übernahme der Abschlagszahlung auf Erdgas durch den Staat über die Gaspreisbremse dürfte zwar im Dezember dazu führen, dass der Wert wieder einstellig werde. Bis zum Inkrafttreten der zweiten Stufe der Gaspreisbremse im Frühjahr 2023 dürfte dann die Inflation aber noch einmal auf zehn Prozent oder darüber steigen.

Nachhaltige Entlastungen seien danach zu erwarten, da der Preis für ein Grundkontingent der Privathaushalte von 80 Prozent des geschätzten Verbrauchs auf zwölf Cent heruntersubventioniert werde. „Die Chancen sind gut, dass damit ab März zweistellige Inflationsraten für Deutschland endgültig der Vergangenheit angehören“, sagte Dullien. Die Wirtschaftsweisen rechnen für das kommende Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 7,4 Prozent. In diesem Jahr soll sie bei 8,0 Prozent liegen.

„Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor enorme Preiserhöhungen bei den Energieprodukten“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel. „Aber wir beobachten zunehmend auch Preisanstiege bei vielen anderen Waren und Dienstleistungen.“

Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung bei den Nahrungsmitteln: Für sie mussten die Verbraucher durchschnittlich 20,3 Prozent mehr hinblättern als im Oktober 2021. Erheblich teurer wurden etwa Speisefette und Speiseöle (+49,7 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (+28,9), Gemüse (+23,1) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (+19,8).

Preistreiber Nummer eins bleibt allerdings Energie als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine: Sie kostete durchschnittlich 43,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einen noch kräftigeren Anstieg dürfte die von 19 auf sieben Prozent gesenkte Mehrwertsteuer für Erdgaslieferungen und Fernwärme verhindert haben.

Haushaltsenergie verteuerte sich mit 55,0 Prozent besonders stark: So haben sich die Preise für Erdgas mit 109,8 Prozent mehr als verdoppelt, die Teuerung für Fernwärme betrug 35,6 Prozent.

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Auch das Heizen mit anderen Energieträgern kostete erheblich mehr: Die Preise für Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe erhöhten sich um 108,1 Prozent, die für leichtes Heizöl lagen um 82,8 Prozent höher. Für Strom wurden 26,0 Prozent mehr verlangt. Für Kraftstoffe wie Benzin mussten 22,3 Prozent mehr bezahlt werden.

rtr
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