Seniorenwohnungen: „Wir brauchen hier viel mehr Förderungen“
Bürger, Verwaltung und Bauträger einbinden, um mehr seniorengerechten Wohnraum zu schaffen.
Foto: imago/Jürgen HeinrichMünchen. In Deutschland mangelt es nicht nur an günstigen Wohnungen, sondern auch an solchen, in denen ältere Menschen leben und auch gepflegt werden können. Laut einer aktuellen Studie des Pestel Instituts fehlen bereits heute 2,2 Millionen dieser barrierearmen oder gar barrierefreien Wohnungen.
Und der Bedarf wird rapide steigen, denn in den kommenden Jahren werden sich die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge aus dem Arbeitsleben verabschieden. Die Pestel-Forscher um Institutsleiter Matthias Günther prognostizieren, dass im Jahr 2040 rund 3,3 Millionen seniorengerechte Wohnungen fehlen dürften.
Zudem bestehe das Problem, dass viele Wohnungen, in denen bereits heute Senioren leben, nicht so umgebaut werden könnten, dass sie barrierearm sind. Und wenn dies doch möglich sei, fehle den Bewohnern oft das Geld für den Umbau.
Im Interview erklärt Matthias Günther, warum nicht die Politik allein dieses gesamtgesellschaftliche Problem lösen kann und warum oft von falschen Annahmen ausgegangen wird, wenn es darum geht, Wohnraum für Senioren zu schaffen.
Herr Günther, Bundesbauministerin Geywitz hat sich bei der Bau-Messe in München dafür ausgesprochen, Büroflächen umzuwidmen. Solche Gebäude sind in der Regel barrierearm. Können sie helfen, den Mangel an altersgerechten Wohnungen zu verringern?
Matthias Günther: Die Idee gibt es schon lange und sie klingt für Politiker prima, denn da kann Wohnraum entstehen, ohne dass man neue Flächen ausweisen muss. Aber das wird nicht reichen und ist obendrein teuer.