Bauzinsen: Finanzieller Druck auf Immobilien-Eigentümer nimmt zu
Eigentümern, die die Finanzierung ihres Hauses in den letzten Jahren knapp finanziert haben, könnte bald ein böses Erwachsen drohen.
Foto: James NewtonFrankfurt, Köln, Berlin. Die deutlich gestiegenen Finanzierungskosten für Immobilien setzen in Deutschland viele Kreditnehmer unter Druck. Nicht nur das Neugeschäft mit privaten Immobilienkrediten brach im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat so stark ein wie nie, wie das Analysehaus Barkow Consulting auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) ermittelte.
Auch blicken viele Eigentümer, deren Immobilienkredite in nächster Zeit neu ausgehandelt werden, mit Sorge auf die steigenden finanziellen Belastungen. Vor allem Kreditnehmer, die vor Jahren eine niedrige Tilgung um ein Prozent herum wählten, müssen sich nun darauf einstellen, dass die monatliche Kreditbelastung beim Anschlusskredit deutlich höher ausfällt.
Für die kommenden Jahre erwarten Experten eine steigende Zahl von Privatinsolvenzen und damit mehr Notverkäufe. Laut Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, ist eine „akute Zunahme“ bei Zwangsversteigerungen derzeit zwar nicht erkennbar. „Mittelfristig dürfte sich das ändern, auch mit Blick auf die politisch gewollten energetischen Sanierungen“, sagte Hantzsch dem Handelsblatt.
Bauzinsen: Wie viel finanzielle Belastung für die eigene Immobilie ist zu viel?
„Jeder wird sich genau überlegen müssen, wie viel finanzielle Belastung er für das Eigenheim ertragen kann oder möchte.“ Zudem kämen ja noch steigende Lebenshaltungskosten und eine „kontinuierliche Erhöhung“ der Energiekosten hinzu. „Diese Kombination wird für viele Verbraucher zur Überschuldungsfalle werden.“