Chinesischer Immobilienkonzern: Evergrande-Gründer in Polizeigewahrsam
Das Unternehmen unter Evergrande-Chef Hui Ka Yan ist zum Symbol der in die Krise geratenen Immobilienbranche in China geworden.
Foto: ReutersHongkong, Bangalore. Nächste Hiobsbotschaft für den hochverschuldeten chinesischen Immobilienkonzern China Evergrande: Der Vorstandsvorsitzende Hui Ka Yan soll unter polizeiliche Überwachung gestellt worden sein, berichtet Bloomberg News und beruft sich dabei auf Insider. Demnach könnte Hui bereits Anfang August von der Polizei abgeführt worden sein. Der Bericht lässt sich bislang nicht unabhängig bestätigen. Evergrande hat sich nicht zu dem Fall geäußert.
Polizeiliche Überwachung ist nicht gleichbedeutend mit Anklage oder Haft. Allerdings ist davon auszugehen, dass Hui seinen derzeitigen Aufenthaltsort nicht verlassen darf und seine Möglichkeiten, mit anderen zu sprechen, beschränkt oder komplett unterbunden sein dürften. Die Ausweise oder Pässe werden in solchen Fällen abgegeben, weshalb weder In- noch Auslandsreisen möglich sind.
Evergrande steht im Zentrum von Chinas Immobilienkrise. Der Konzern ist mit mehr als 300 Milliarden Dollar verschuldet und blieb mehrfach Zinszahlungen für Auslandsanleihen schuldig. Vergangene Woche sagte das Unternehmen wichtige Gläubigerversammlungen ab – und musste einräumen, dass die Umschuldung auch wegen Problemen bei einem Tochterunternehmen nicht wie geplant funktioniert.