Europas Immobilienkrise: Der Einbruch steht kurz bevor
Neue Appartements in Madrid. Häuser kann sich kaum noch jemand in Spanien leisten.
Foto: ReutersMadrid, Schweiz, Athen, Paris, Mailand. Die Immobilienkrise in Spanien hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, und die schwersten Folgen der Blase stehen noch bevor, glaubt der IWF. Nach seinen Schätzungen reicht der bisherige Preisabsturz noch lange nicht aus, um Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Auch in Deutschland wächst die Angst vor einer Überhitzung des Wohnungsmarkts. Jeder dritte Bundesbürger hält es für möglich, dass es in den kommenden zwei Jahren zu einem Einbruch kommt, ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest. Doch die Gefahr, hierzulande eine Blase wie auf der iberischen Halbinsel zu erleben, ist weit geringer.
Dass die Lage in Spanien deutlich dramatischer ist, liegt vor allem an der unterschiedlichen Art zu wohnen. Spanien ist ein Land der Eigentümer, Deutschland eines der Mieter. In Spanien wird Baugeld variabel verzinst, in Deutschland langfristig zu einem Festzins vergeben. Steigen die Zinsen, fressen sie deshalb in Spanien ein immer größeres Stück des Familieneinkommens. In Deutschland bleibt die monatliche Belastung über viele Jahre gleich. Dabei haben die Spanier in einem Punkt zurzeit noch Glück: Die Zinsen sind niedrig. Doch ein anderes Problem drückt sie: Arbeitslosigkeit. Während sie in Spanien in der Wirtschaftskrise auf mehr als 20 Prozent gestiegen ist, beträgt sie in Deutschland zurzeit 6,6 Prozent.