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Ferienhausmarkt Ein Damm macht Sylter Grundstücksbesitzer reich

Auf der Nordseeinsel werden die höchsten Preise für deutsche Ferienimmobilien gezahlt. Der Boom begann mit dem Bau eines Damms vor 90 Jahren.
05.04.2018 - 19:17 Uhr Kommentieren
Quadratmeterpreise bis zu 20.000 Euro. Quelle: dpa
Reet gedeckte Häuser auf Sylt

Quadratmeterpreise bis zu 20.000 Euro.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es war einmal ein Eiland in der Nordsee, dessen Bewohner sich nur mühsam von dem ernähren konnten, was die Äcker hergaben. Erst mit dem Heringsfang im 16. Jahrhundert und zwei Jahrhunderte später mit dem Walfang kam ein wenig Wohlstand auf Sylt. Reich machte die Sylter erst der 1927 gebaute Hindenburg-Damm, der das Festland mit der Insel verband. Vor allem Grundstücksbesitzer profitierten: Sie bauten, vermieteten und verkauften Ferienhäuser für die zunehmende Zahl von Touristen.

Wo dies hinführte, zeigen Zahlen aus dem aktuellen Postbank-Wohnatlas. Demnach stiegen 2017 im Landkreis Nordfriesland, zu dem Sylt zählt, die Quadratmeterpreise für Wohnraum um fast 14 Prozent auf im Schnitt 5.647 Euro. Motor dieser Aufschwungbewegung sind laut Postbank-Studie vor allem die deutlich gestiegenen Werte für exklusive Ferienwohnungen auf Sylt.

Das Maklerhaus Engel & Völkers (E&V) berichtet von Preisen um die 20.000 Euro pro Quadratmeter, die Sylt-Fans im vergangenen Jahr für Eigentumswohnungen in den Toplagen der Insel zahlten. Als zweitteuerster deutscher Strand-Standort gilt Norderney. Dort wurden für Luxusapartments bis zu 16.000 Euro je Quadratmeter geboten.

Eine gemeinsame Studie von Ferienhausvermittler Fewo-direkt und E&V erklärt die Küsten an Nord- und Ostsee zu den beliebtesten Ferienregionen in Deutschland. Sie vereinen fast ein Drittel aller Ferienimmobilien im Inland auf sich.

Trotz der Spitzenpreise auf den Nordseeinseln Sylt und Norderney werden an der Ostsee mit im Schnitt 224.000 Euro rund 40.000 Euro mehr pro Ferienimmobilie bezahlt als an der Nordsee, ergab die Umfrage unter rund 2 500 Ferienhausbesitzern. Statt hohe Preise auf den Inseln zu zahlen, weichen Käufer auf Standorte an der Festlandküste aus. Dort finden sie ein großes Angebot: Etwa ein Fünftel aller deutschen Ferienimmobilien steht im hohen Norden.

Die Käufer deutscher Ferienimmobilien kommen primär aus dem eigenen Land. „Zum einen ist eine Ferienimmobilie in Deutschland für sie besser erreichbar als im Ausland. Zum anderen sind für die Käufer im eigenen Land die spezifischen Vorschriften und Vorgänge, die es bei einem Erwerb zu beachten gilt, besser bekannt, und bei den Kaufverhandlungen fallen etwaige Sprachbarrieren weg“, bringt Aye Helsig, bei Fewo-direkt für Zentraleuropa zuständig, die entscheidenden Gründe auf den Punkt.

Für den Kauf eines Ferienhauses gelten ähnliche Kriterien wie für den Eigenheimerwerb. „Erstklassige Lage mit guter Infrastruktur und eine hochwertige Ausstattung“, zählt E&V-Vorstand Kai Enders auf. Wer vermieten will, für den sind zudem stabile Übernachtungszahlen am Standort der Wohnung wichtig.

Ein Quadratmeter Wohnung für 20.000 Euro. Quelle: dpa
Reet gedecktes Haus auf Sylt

Ein Quadratmeter Wohnung für 20.000 Euro.

(Foto: dpa)

Aufschluss gibt die durchschnittliche jährliche Buchungsdauer. An der Nordsee sind Ferienimmobilien im Schnitt 27 Wochen im Jahr belegt, an der klimatisch milderen Ostsee erstaunlicherweise drei Wochen weniger. In den Alpen sind Feriendomizile länger bewohnt, aber nicht so lange wie in Franken, wo sich Vermieter über Einnahmen aus 29 Wochen im Jahr freuen.

Laut Fewo-direkt betrachten 55 Prozent der inländischen Käufer ihre Ferienwohnung als Teil ihrer Altersvorsorge. Im Schnitt nehmen Ferienimmobilienbesitzer im Jahr 12.100 Euro Miete ein. Das ergibt eine Bruttorendite von sechs Prozent. Die ist zwar weit höher als die Mietrendite, die mit Wohnungen in deutschen Großstädten zu erzielen ist. Dafür sind bei der kurzfristigen Ferienhausvermietung an viele wechselnde Gäste sowohl die laufenden Kosten für die Verwaltung als auch für die Instandhaltung deutlich höher.

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