Gewerbeimmobilien: Düstere Aussichten – Investoren fürchten dauerhaften Wertverlust
Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien in den USA sinkt immer weiter. Investoren fürchten einen weltweiten Wertverlust.
Foto: Moment/Getty ImagesNew York, Frankfurt. Wenn Ruth Colp-Haber mit ihren Kunden auf die Suche nach neuen Büroflächen geht, dann kann sie inzwischen die Konditionen diktieren. Die New Yorker Maklerin, die sich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert hat, sieht eindeutig die Mieter im Vorteil.
Wer einen Mietvertrag mit zehn Jahren Laufzeit will, „der kann sich auf mindestens 14 mietfreie Monate freuen“, sagt die Chefin des Maklerbüros Wharton Property Advisors. „Vor der Pandemie waren es maximal zehn.“
Trotz solcher Zugeständnisse der Vermieter sinkt die Nachfrage nach Büroflächen. „Jedes zweite Unternehmen, dessen Mietvertrag ausläuft, reduziert seine Fläche“, erklärt die Maklerin. Drei Jahre nach Beginn der Pandemie ist das die neue Realität in Manhattan.
Ähnlich sieht es in vielen anderen amerikanischen Großstädten aus. Steigende Zinsen, schlechte Konjunkturaussichten und der Trend zum Homeoffice sind dabei, den Markt für Büroimmobilien radikal zu verändern. Experten fürchten, dass der Nachfrageschwund mehr als nur ein Zwischentief sein könnte. Steht dem Markt das Schlimmste noch bevor?
Es ist eine gefährliche Gemengelage, unter der die Branche leidet: Gewerbeimmobilien im Wert von 1,5 Billionen Dollar müssen bis Ende 2025 allein in den USA refinanziert werden, wie eine Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley zeigt. Und das zu einer Zeit, in der die Zinsen rapide gestiegen sind.