Immobilien: Anhörung in London: Entscheidung über die Rettung der Adler Group fällt nach Ostern
Die Adler Group will den Londoner High Court überzeugen, ihren Plan für eine Sanierung abzusegnen.
Foto: HandelsblattLondon. Selbst im meist ernsten Gesicht des Vorsitzenden Richters Tom Leech flackerte ein kurzes Lächeln auf. Vor ihm, im Saal 15 des Londoner High Court, debattierten Juristen darüber, ob eine Fehlermarge von 2,7 Prozent „klein“, „sehr klein“ oder „winzig“ sei. Als ein deutscher Zeuge erklärte, keinen Unterschied zu sehen, ging ein Lachen durch den Saal.
Es war ein kurzer Moment der Komik in einer ansonsten oft hitzigen Anhörung, in der es für den Immobilienkonzern Adler Group um die Existenz geht. Die Episode zeigt, in welchem Detailgrad die hochspezialisierten Anwälte die Argumentation ihrer Gegner angriffen. Die sogenannten Barrister versuchten drei Tage lang, Fehler in den Gutachten und Stellungnahmen der Gegenseite bloßzustellen.
Die Anhörung verdeutlichte ein letztes Mal, wie unversöhnlich sich die Lager gegenüberstehen. Auf der Seite von Adler argumentierte der Barrister Daniel Bayfield, dass nur ein vom Konzern vorgelegter Rettungsplan die 3,2 Milliarden Euro der Gläubiger sichern werde und ohne ihn die Insolvenz des Konzerns drohe – womöglich schon Ende April. Dann muss Adler Schulden von 500 Millionen Euro zurückzahlen.