Immobilien: Das bedeutet der Zinsentscheid der EZB für die Bauzinsen
Düsseldorf. Die Kosten für eine Baufinanzierung bleiben auch nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank von vergangenem Donnerstag hoch. Laut dem FMH-Index liegt der Zins für eine durchschnittliche Finanzierung mit zehnjähriger Bindung bei 3,50 Prozent, so hoch wie zuletzt Mitte 2024. Anfang Januar waren es noch rund 0,3 Prozentpunkte weniger.
Nachdem die Baufinanzierungszinsen Ende 2024 eine Zeit lang auf ihrem Jahrestiefstwert verharrten, erschien der Anstieg zu Beginn des neuen Jahres fast ein wenig überraschend, heißt es vom Baufinanzierungsvermittler Dr. Klein.
Die Gründe für diese Entwicklung sieht Dr.-Klein-Experte Florian Pfaffinger insbesondere in der hohen Unsicherheit der Märkte: „Zahlreiche Marktteilnehmer haben ihre Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinssenkungen der EZB heruntergeschraubt. Dies hat zu steigenden Renditen bei den zehnjährigen Bundesanleihen geführt und folglich auch zu einem Anstieg der Baufinanzierungszinsen.“
Für die Höhe der Bauzinsen ist die Rendite der Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit maßgeblich – und nicht die Höhe der EZB-Leitzinsen. Denn der Mechanismus dahinter funktioniert wie folgt: Banken refinanzieren ihre ausgegebenen Immobiliendarlehen am Pfandbriefmarkt. Bei Pfandbriefen dienen die Immobilien als Sicherheit, und in puncto Sicherheit ähneln die Pfandbriefe den Staatsanleihen. Das erklärt, warum sich die Renditen parallel bewegen.