Immobilien: Degag-Pleite wird zum nächsten Großskandal am Immobilienmarkt
Berlin. Zwei Wochen nachdem das Amtsgericht Hameln die Insolvenzverfahren für zentrale Firmen der Immobiliengruppe Degag eröffnet hat, wird die Dimension der Pleite erkennbar. Die Dachgesellschaft sei rechnerisch mit 1,1 Milliarden Euro überschuldet, schreibt der Insolvenzverwalter Rainer Eckert aus Hannover in seinem Gutachten zur Degag Deutsche Grundbesitz Holding AG.
Die rechnerische Überschuldung fällt aus einem formalen Grund sehr hoch aus. Denn die 4500 Privatanleger können nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom März mögliche Schadenersatzforderungen parallel bei mehreren Firmen der Gruppe anmelden, schreibt Eckert. Das führe zu einer Mehrfacherfassung.
Der tatsächliche Schaden dürfte dennoch im dreistelligen Millionenbereich liegen. Laut Gutachten hatten die drei Emissionsfirmen der Gruppe 282 Millionen Euro von Privatanlegern eingesammelt. Fremdkapitalgeber gaben zusätzlich Darlehen von rund 178 Millionen Euro.
Auf der Vermögensseite sieht es bitter aus. „Wir haben nicht eine Gesellschaft vorgefunden, bei der Gläubiger jenseits der Grundpfandsicherheiten hoffen dürfen“, sagte Insolvenzverwalter Eckert im Juni dem Handelsblatt. Die Gutachten listen nur wenige Hunderttausend Euro auf, die der Insolvenzverwalter bislang sichern konnte.