Immobilien: Großer Bedarf an militärischen Flächen könnte Investoren locken
München. Die Nachfrage nach Flächen zur militärischen Nutzung ist gestiegen. Das weckt das Interesse von Investoren. „Einige Fondsspezialisten sind im Logistikmarkt bereits aktiv auf der Suche nach geeigneten Flächen und Kapital“, beobachtet Christian Kah vom internationalen Immobilienberater Colliers.
Aus deren Sicht hätten Bundeswehr und Unternehmen der Verteidigungsindustrie in Zukunft einen hohen Flächenbedarf, verfügten aber nicht über ein ausreichendes Eigenangebot, sagt der Experte.
Eine Studie des Immobilienberaters Savills hatte vor wenigen Wochen ergeben, dass bei den europäischen Nato-Partnern in den kommenden Jahren eine Fläche von 37 Millionen Quadratmetern allein für Logistik zusätzlich gebraucht werden, sechs Millionen Quadratmeter sollen es in Deutschland sein.
Hinzu kommen hohe Kosten für den Bau von Unterkünften oder die Ertüchtigung von einst stillgelegten Kasernen der Bundeswehr. „Dazu braucht es privates Kapital, auch um das Risiko zu teilen“, sagt Katharina Weiner von der Kanzlei Baker McKenzie.
Noch gibt es in Deutschland und Europa keine breit aufgestellten Immobilienfonds, die systematisch in militärische Einrichtungen investieren. Laut den Aufsehern der Bafin ist der Fokus offener oder geschlossener Immobilienfonds klar auf Wohn- und Gewerbeimmobilien, auf Logistik, Büros oder Hotels gerichtet. Militärisch genutzte Immobilien befinden sich bisher meist in staatlichem Eigentum und unterliegen strengen rechtlichen und sicherheitsrelevanten Bedingungen. Für private Fonds sind sie damit schwer zugänglich.