Immobilien: So gewann René Benko das Vertrauen der Investoren
Düsseldorf, Berlin, Wien. Als René Benko am 13. Juni 2023 den Konferenzraum der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) in München betritt, sind seine Gastgeber alarmiert. Thomas Köntgen, der stellvertretende Vorstandschef der PBB, ist hier. Er hat seinen Chief Risk Officer und den Chef des Kreditrisiko-Managements mitgebracht. Die Herren möchten mit Benko ein paar ernste Fragen besprechen. Auf der Tagesordnung steht der Punkt „Frage nach Liquidität“.
Es war „ein Krisentreffen“, sagt einer, der dabei war. 335 Millionen Euro hatte die PBB für verschiedene Immobilienprojekte an Benkos Signa-Gruppe und seine Familienstiftung verliehen. Für die PBB ging es um sehr viel Geld. Eine Krise von Signa würde die PBB vor Probleme stellen.
Benko spielt cool an diesem Tag. Krise? Welche Krise? Schließlich ist er der „Wunderwuzzi“, der Schulabbrecher, der es zum Milliardär brachte. Auch Benko hat Begleiter mitgebracht. Seine Signa-Manager rollen im Konferenzraum eine Strategie aus.
Sie kündigen ein „generelles Verkaufsprogramm von nonstrategischen Assets“ an. Mitarbeiter sollen gehen, das spart Personalkosten. Zudem soll neues Eigenkapital eingeworben werden, ihnen schweben 700 Millionen Euro vor. Signa verfüge auch über eine Milliarde Euro an „stillen Reserven“, die in der Bilanz gar nicht sichtbar seien.