Einzelhandel: Textilbranche, Woolworth und Tedi mieten große Flächen an
München. Während deutsche Städte nach Strategien gegen sterbende Zentren suchen, hat sich der Vermietungsmarkt im Einzelhandel zuletzt belebt. 2024 wurden mehr Flächen vermietet als erwartet, heißt es im Marktüberblick des Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL). Insgesamt waren es 478.300 Quadratmeter, was sechs Prozent über dem Vorjahr und deutlich über dem Fünfjahresschnitt von 438.000 Quadratmetern liegt. Die Zahl der Neuvermietungen legte im Jahresvergleich von 878 auf 932 zu.
Vor allem die Textilbranche und Warenhäuser wie Woolworth sowie Non-Food-Discounter wie Tedi und Action hätten mit Ladenlokalen jenseits von 1000 Quadratmetern expandiert und so für ein deutliches Plus gesorgt, sagt Aniko Korsos, Head of Retail Leasing JLL Germany. Woolworth mietete insgesamt 20 Läden an, davon neun großflächige. Bei Tedi waren es 17, darunter elf großflächige.
Der Löwenanteil der Vermietungsumsätze – nämlich 64 Prozent – wurde in Städten außerhalb der zehn Metropolen generiert. Letztere lagen mit einem Flächenumsatz in Höhe von 173.500 Quadratmetern 38 Prozent unter ihrem Fünfjahresschnitt, was nach Angaben von JLL auch „auf einen teilweisen Mangel an guten, verfügbaren Flächen zurückzuführen“ ist. Hamburg und Berlin (jeweils 31.100 Quadratmeter) zeigten sich besonders dynamisch, Leipzig landete mit 19.000 Quadratmetern auf dem dritten Platz und profitierte dabei vor allem von einigen Großanmietungen.