Immobilien-Blick: Krise im Wohnungsbau belastet die gesamte deutsche Wirtschaft
(Fotos: Getty Images, Imago, dpa; Montage: Handelsblatt)
Foto: HandelsblattInsolvenzen, gestoppte Neubauprojekte, geringere Umsätze und weniger Aufträge: Ein Ende der Krise im Wohnungsbau ist nicht in Sicht. Das betrifft aber nicht nur die Firmen selbst. Welche Folgen das für die gesamte Volkswirtschaft und die Steuereinnahmen hat, zeigt eine Studie von DIW Econ, einem Beratungsunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Es sei mit Milliardenverlusten und einem Rückgang bei den Steuereinnahmen von fünf Milliarden Euro zu rechnen, so das Fazit der Analyse, die DIW Econ für das Verbändebündnis Wohnungsbau erstellt und auf dem gestrigen Wohnungsbau-Tag in Berlin vorgestellt hat. „Der Wohnungsbau wird oft unterschätzt, ist aber verdammt groß“, sagte Martin Gornig, Studienleiter und Forschungsdirektor des DIW. Im Autoland Deutschland sei er volkswirtschaftlich wichtiger als die Automobilbranche.
In der Studie werde die wirtschaftliche Bedeutung des Wohnungsbaus erstmals untersucht, so das Bündnis, dem unter anderem Verbände der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Deutsche Mieterbund und die IG BAU angehören. Danach erreichte der Wohnungsbau 2023 ein Bauvolumen von 324 Milliarden Euro. Dieser Betrag sei für den Bau, die Modernisierung und Instandhaltung von Wohnbauten ausgegeben worden, so Gornig. „Das ist fast das Dreifache der gesamten Investitionen des Staates.“