Klimaschutz bei Gebäuden: Teilwarmmieten-Modell könnte hilfreich, aber aufwendig sein
Wo energetisch saniert wird, steigen bislang in der Regel die Mietkosten stärker an als die Energiekosten sinken.
(Foto: dpa)
Foto: HandelsblattIn Schweden ist das Warmmieten-Konzept längst gelebte Praxis – für Deutschland plant die Ampelkoalition Ähnliches. Ein Teilwarmmieten-Modell könnte helfen, die energetische Sanierung von Wohngebäuden voranzubringen (siehe Koalitionsvertag, Seite 71 in diesem PDF). Technisch und rechtlich wäre der Aufwand überschaubar, der bürokratische Aufwand für Immobilieneigentümer aber immens. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie unter Leitung des Öko-Instituts in Freiburg (hier als PDF). Wahrscheinlich einfacher erreichen ließen sich demnach die Klimaschutzziele, wenn die vorhandene Förderung umgebaut und die bisherige Modernisierungsumlage abgesenkt würde.
Die Forschenden haben im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums geprüft, wie sich eine Teilwarmmiete umsetzen ließe. Nach Einschätzung von Projektleiterin Sibylle Braungardt bietet das Modell beiden Seiten Anreize zum Energiesparen: Die Idee ist zum einen, dass die Vermieter alle Energiekosten tragen, die in einem Jahr anfallen – egal, ob die Energiepreise schwanken oder der Verbrauch steigt. Das soll zum Sanieren animieren. Die Mieter zahlen monatlich pro Quadratmeter einen sogenannten Grundheizkosten-Betrag. Dieser errechnet sich aus dem durchschnittlichen Energieverbrauch des gesamten Gebäudes der vorangegangenen drei Jahre. Darüber hinaus erfassen die Eigentümer weiterhin, wie viel Energie jede Mietpartei verbraucht. Energiesparendes Verhalten müssen sie durch Ausgleichszahlungen zwischen den Mietern belohnen.